2 Uhr ist das neue 3 Uhr

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 Nachrichten, Zeitumstellung

 Abini Herzberg

 13.03.2018

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2 Uhr ist das neue 3 Uhr
5 Sterne (3 Votes)

2 Uhr ist das neue 3 Uhr: Sommerzeit ab 25. März 2018

Die Tage sind zu kurz. Die Nächte auch. Und bald stellt sich auch noch die Frühjahrsmüdigkeit ein. Als wäre dies nicht schon genug, wird uns mit der Zeitumstellung auf die Sommerzeit am 25. März auch noch eine Stunde genommen. Denn die Uhren werden eine Stunde vorgestellt: Von nachts 2.00 Uhr auf 3.00 Uhr. Alle Uhrzeiten zwischen 2.01 Uhr und 2.59 Uhr gibt es dann nicht. 60 Minuten - einfach weg. Dabei ist eine Stunde so viel wert.

Kleinere und größere Irritationen

Selbst, wenn wir am Sonntag ausschlafen können, kann unser Biorhythmus das mit der fehlenden Stunde nicht sofort verinnerlichen – genau: das ist die Sache mit der Inneren Uhr. Sie lässt sich leider nicht auf Knopfdruck umstellen, sondern richtet sich brav nach dem Sonnenauf- und -untergang. Ist so eine Sache, die seit Menschheitsbeginn in uns steckt.

Was ist Sommerzeit?

In Deutschland gilt die normale Mitteleuropäische Zeit (MEZ), das ist die sogenannte Winterzeit. Die Sommerzeit ist demnach also die nachträglich beschlossene Zeit.
Die beginnt immer am letzten Sonntag im März und endet am letzten Sonntag im Oktober.
Dabei werden um 2 Uhr die Uhren um eine Stunde auf 3 Uhr vorgestellt. Was für die meisten eine Stunde weniger Schlaf bzw. Freizeit - und für einige eine Stunde weniger Arbeitszeit bedeutet.

Deshalb gerät die Innere Uhr bei der Zeitumstellung zwangsläufig aus dem Takt und ist irritiert. So kommt es zum Mini-Jetlag, das heißt der Schlaf-Wach-Rhythmus verändert sich. Übrigens passiert das – mehr oder weniger – bei jedem Menschen! Schlafforscher bestätigen: Einige Menschen können sich innerhalb kürzester Zeit umstellen (da braucht der Körper nur wenige Tage); andere brauchen zwei bis drei Wochen.

Doch fast noch schlimmer ist: Es wird eine Stunde früher Montag! Denn der Sonntag hat nur noch 23 Stunden. Das mag nun wirklich nicht jeder.

Gefühlter Eindruck: Mehr vom Tag

Andererseits bleibt es eine Stunde länger hell. Ein Grund zur Freude. Morgens geht die Sonne zwar eine Stunde später auf – aber abends... Abends da können wir mehr unternehmen, uns endloser draußen aufhalten, uns ausgiebiger mit Freunden treffen und: länger Licht tanken. So bleibt jedenfalls gefühlt mehr vom Tag übrig. Tatsächlich fanden US-amerikanische Forscher heraus, dass Erwachsene durch die Sommerzeit im Schnitt eine halbe Stunde länger draußen ihre Freizeit genießen – und neun Minuten weniger vor dem Fernseher hängen. Das sind auch Argumente.

Sommerzeit ja, Zeitumstellung nein

Die Sommerzeit – also bitte, wer sollte etwas gegen sie haben? Abgesehen vom leidigen Uhrumstellen (hier unsere Checkliste) – klingt Sommer doch wie ein blumiges  Versprechen, eine sonnige Sehnsucht. Die Sommerzeit selbst, ist sie ersteinmal da, wird also gar nicht als störend empfunden. Das, was die Gesellschaft eigentlich spaltet, ist die staatlich verordnete Zeitumstellung. Da ist schon mal vom „Kartell der Frühaufsteher“ die Rede oder von der „Diktatur der Lerchen“. Und wer nun mal eine Eule ist, gilt schnell als Morgenmuffel oder Faulenzer. Ohne Frage: Das Image der Spätaufsteher ist kein gutes. Zu Unrecht übrigens. …
Am Ende gibt es viele Pros und Contras. Das Problem ist wie gesagt nicht die Sommerzeit, sondern die Zeitumstellung. Der Sinn ergibt sich vielen nicht. Weil wir das schon lange so machen? So klingen keine Argumente, so klingen Rechtfertigungen.
Na vielleicht nutzt die Zeitumstellung wenigstens der Umwelt?
Oder warum gibt es eigentlich die Sommerzeit?

Früher tickten die Uhren anders

Machen wir eine ganz kurze Zeitreise: Die Geschichte der Uhrenumstellung begann schon lange vor der Einführung Sommerzeit. Denn bis Ende des 19. Jahrhunderts gab es im Deutschen Reich 5 (!) verschiedene Zeitzonen.

  • War es in Berlin 12.27 Uhr
  • schlug es in München 12.20 Uhr
  • in Stuttgart 12.10 Uhr
  • und in Düsseldorf sogar erst 12.00 Uhr.

Pro Längengrad änderte sich die Ortszeit um 4 Minuten. Von 1893 an wurde dann die mittlere Sonnenzeit des 15. Längengrades als gemeinsame Zeit vereinheitlicht. Erst seitdem ticken die Uhren im Gleichklang.

Vor, zurück, vor, zurück: Die Geschichte der Zeitumstellung

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Sommerzeit eingeführt: Energie sparen, Kriege überstehen, die Wirtschaft stärken und Ölkrisen meistern – das waren schon immer wesentliche Argumente für die Zeitumstellung. Die Historie im Überblick:

Sinn der Zeitumstellung ist umstritten

Bis heute dient die Zeitumstellung dazu, das Tageslicht besser nutzen zu können. Das klingt sachlich und logisch – und auch nach heller Vorfreude. Der Sommer, das ist ein Freund, der uns viel Wärme und viel Grün schenkt. Sommer – das klingt einfach großartig. Doch die Sommerzeit war und ist kein emotionales Anliegen, sondern ein gesundheitliches Thema und vor allem stets eine hochpolitische Angelegenheit.
Der Effekt der Sommerzeit ist allerdings umstritten. So wird beispielsweise wegen der Zeitumstellung im Sommer, laut Umweltbundesamt, zwar abends weniger Licht verbraucht – im Frühjahr und Herbst jedoch morgens mehr geheizt
Seit langem gehen beim EU-Parlament jedes Jahr Hunderte Petitionen gegen die Zeitumstellung ein. Umfragen zufolge würden auch hierzulande mehr als 70 Prozent der Bürger die Umstellung gern ganz abschaffen. Gerade erst, am 8. Februar 2018, haben die EU-Abgeordneten die EU-Kommission aufgefordert, die Zeitumstellung genau unter die Lupe zu nehmen und die Regelung gegebenenfalls abzuschaffen. Immerhin wird diese Forderung nun geprüft. Nicht mehr und nicht weniger. Die Abschaffung der Sommerzeit ist damit aber noch längst nicht beschlossen.

Die Sonne macht den Ost-West-Unterschied

Und die Sonne? Geht auf und unter wie immer. Zum Beispiel in Deutschland: Bis heute geht sie im östlichsten Osten Deutschlands immer noch 36 Minuten früher unter als im westlichsten Westen Deutschlands. Deshalb gehen die Leute im Osten übrigens auch ca. eine halbe Stunde früher ins Bett. Daran kann auch die regulierungseifrige EU-Behörde nichts ändern. Von einer EU-Maßnahme zur „Regelung des Sonnenaufgangs“ ist jedenfalls noch nichts bekannt ...

Eines ist aber auch ohne EU, ohne Umfragen und ohne Sommerzeit klar: Es ist Ende März.
Und derzeit fühlen wir uns völlig untersommert!

Titelbild: pixabay.com Vimeo-Free-Videos


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