Traumdeutung: Eine Reise ins Ich

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 Schlaf gut

 Redaktion

 21.11.2017

 2 Kommentare

Traumdeutung: Eine Reise ins Ich
4 Sterne (5 Votes)

Traumdeutung - aus dem Unterbewusstsein lesen

Wer sich selbst besser kennenlernen möchte, wer sich über seine Emotionen klarwerden will, wer viele Fragen und wenig Antworten hat - der kann sein Inneres sehr gut anhand seiner Träume durchleuchten. Seit Siegmund Freud das erste Mal das Unterbewusstsein und die Dimensionen des "Ich" beschrieben hat, ist die Traumdeutung eine der Hauptdisziplinen der Psychoanalyse. Wenn wir träumen, verarbeiten wir Gegenwärtiges wie Vergangenes. Dabei ordnen wir die Informationen in unserem Bewusstsein neu an. Viele Situationen und Motive tauchen in Träumen immer wieder auf und geben Aufschluss über unsere unterbewussten Wünsche und Ängste. Wie das geht und welche Symbole besonders stark sind, zeigt unsere kleine Übersicht zum Thema.

Bewusstsein und Unterbewusstsein

Was bedeuten Träume? Bis Anfang des letzten Jahrhunderts wurden Träume als Werkzeug zur Verarbeitung der Erlebnisse des Tages gedeutet. In vielen Kulturen wurde Träumen auch ein spiritueller Sinn zugeschrieben - sie galten als Zukunftsvisionen und göttliche Botschaften. Mit dem Gedanken des Unterbewussten bietet die Psychoanalyse eine plausiblere Erklärung: Träume dienen demnach zur Verarbeitung unterbewusster Triebe, die ihren Ursprung in frühkindlichen Erfahrungen haben. Für das Gehirn sind sie sozusagen eine Übergangsphase zwischen Bewusstem und Unterbewusstem. Ihre Deutung kann also viel Aufschluss über die träumende Person geben.

Freud als non plus ultra?

Die mehr als 100 Jahre zurückliegenden Forschungen Freuds sind für die heutige Psychologie zwar noch immer wegweisend, jedoch ein wenig veraltet. Inzwischen distanzieren sich Wissenschaftler weitestgehend von Freuds Analyse, die stark auf die Sexualität abzielt. Dank der großen Fortschritte in den Neurowissenschaften wissen wir heute, dass das Gehirn während des Träumens verschiedene Verhaltensmodi "durchspielt". Dabei löscht es unwichtige Verknüpfungen. Deshalb vergessen wir Träume nach dem Aufwachen leicht. Was schade ist. Da könnte ein Traumtagebuch zu einem nützlichen Accessoire für den Nachttisch werden.

Selbsterkenntnis durch Traumtagebücher

Sogenannte Traumtagebücher wurden schon von den großen Psychoanalytikern des letzten Jahrhunderts eingesetzt. Sie sind in der therapeutischen Diagnostik eine gängige Methode. Viele Menschen nutzen Traumtagebücher als Hobby oder zur therapeutischen Selbstanalyse - das reduziert Stress und bringt unter Umständen verdrängte Probleme ans Licht. Ein solches Tagebuch dient als Notizblock für alle nächtlichen Erfahrungen: Träumende notieren hier Stichworte, Symbole, Namen und andere Dinge, an die sie sich nach dem Aufwachen erinnern können. Die Datensammlung gibt einigen Aufschluss: Motive, die sich wiederholen und besonders herausstechende Symbole und Gedanken können auf diese Weise ganz leicht erfasst und danach analysiert werden. Hilfreich ist es auch, die Erlebnisse und Gedanken des Tages zu ergänzen.

Wer bin ich eigentlich? Hilfe zur Analyse

Träume sind, wie der Autor Stefan Klein schon im Titel seines bemerkenswerten Traumratgebers formuliert, "eine Reise in unsere innere Wirklichkeit". Weil die Elemente und Szenerien in unseren Träumen immer nur unterbewusste Sinnbilder sind, dürfen diese nicht allzu direkt übertragen werden. Menschen träumen zum Beispiel häufig davon, ihren Partner zu verlassen oder eine Straftat zu begehen, was nicht heißt, dass dieser Wunsch wirklich in ihnen schlummert und in die Tat umgesetzt werden will. Die Traumdeutung sollte eher auf einem metaphorischen Level stattfinden. Der Stoff aus dem die Träume sind, ist vor allem Denkfutter, durch das man sich selbst besser kennenlernt - manchmal mit faszinierenden Einsichten. Jedoch: Bei häufigen Albträumen oder anderen psychosomatischen Symptomen wie Panikattacken und Orientierungsstörungen nach dem Aufwachen ist es dann doch ratsam, die Analyse einem Fachmann zu überlassen.

Albträume sind nicht ungewöhnlich

Albträume sind meist häufiger als schöne Träume - wenn Sie schweißgebadet erwachen, ist das also absolut normal und gesund. Das Gehirn spielt im Traum oft mögliche Gefahrensituationen durch, um im Ernstfall angemessen reagieren zu können. Als würde die Abwehr schon einmal trainiert werden. Bestimmte Träume sind deshalb besonders häufig und dienen als Signale für tiefergehende Wünsche und Ängste. Dass Träume einem die eigenen Gefühle klarmachen, ist unbestritten.

Häufige Traumsymbole und ihre Bedeutung

Diskutiert wird hingegen, ob Symbole tatsächlich sinnhaft gedeutet werden können. Stress und die anstehende Bewältigung großer Aufgaben soll sich durch Traumsymbole wie große Höhen oder Wassermassen abzeichnen. Auch das nächtliche "Springen" über geträumte Treppen und Hindernisse soll der Stressbewältigung dienen. Tauchen in Träumen Tiere oder andere Menschen auf, könnte das ein Zeichen für Verlustängste sein. Schlangen und Hunden wurde von Psychoanalytikern wie Freud und Jung beispielsweise eine besondere sexuelle Bedeutung zugeschrieben. Dies sehen einige jedoch als zu aufklärungsverliebte Interpretation.

Hilfreich kann es aber in jedem Fall sein, eine kleine Mindmap anzufertigen, und sich zu fragen: Was assoziiere ich selbst mit den Symbolen in meinen Träumen? In jedem Unterbewusstsein schlummern spannende Erkenntnisse, die so ans Licht kommen. Das ist doch eine gute Gelegenheit, sich selbst besser kennenzulernen.
Wenn man sich traut.

Titelbild: pixabay.com Mysticartdesign ID: 383245


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Alle Kommentare

  • Anonymous

    07.08.2018, 17:50 Uhr

    Ich träume regelmäßig davon, in Unordnung geratene Landschaften und Gärten wieder schön werden zu lassen, schwere Arbeit, sozusagen syssiphus arbeiten.
    Traurig machen mich Träume, in denen ich von meinen Liebsten regelrecht übersehen werde, ich bin nicht im Geschehen….. so liebes Team, ich wünsche euch süße Träume…💰💸🛁♥️

    • Marc Becker

      08.08.2018, 12:58 Uhr

      Das Ordnen verwahrloster Landschaften und Gärten in Syssiphus-Arbeit ist doch ein sehr spannendes Motiv, für das sich eine weitergehende Recherche lohnt. Wiederum von der Umgebung nicht Wahrgenommen werden, taucht nach unseren Recherchen in Träumen sehr weit verbreitet auf. Vielen Dank für den Einblick in Deine Traumwelt und auch Dir süße Träume! Deine Achtpronachts