Studie: Guter Schlaf, gute Arbeit

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 Schlaf gut, Studien

 Redaktion

 15.12.2017

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Studie: Guter Schlaf, gute Arbeit
5 Sterne (3 Votes)

Studie: Guter Schlaf, gute Arbeit

Zuerst eine schlechte Nachricht: Ein Drittel der Deutschen findet nicht richtig in den Schlaf. Ein knappes Viertel (24 Prozent) kommt nicht auf das von Gesundheitsexperten empfohlene Minimum von 6 Stunden. Das und andere interessante Fakten aus der Arbeitswelt - etwa zur Nachtschicht - zeigt die Studie „Schlaf gut, Deutschland“, die die Techniker Krankenkasse (TK) im November 2017 vorstellte.

Besonders schlecht schlafen Schichtarbeiter

Schlaf gehört zu den Themen des Gesundheitsmanagements in den Betrieben, die derzeit bei den Kassen am meisten nachgefragt werden. Das hängt offensichtlich mit einer geänderten Arbeitswelt zusammen. Unregelmäßige Arbeitszeiten oder Schichtdienst lassen viele Berufstätige schlecht schlafen. Vor allem die sogenannten Flex-Beschäftigten klagen über schlechte Schlafqualität, immerhin 40 Prozent. Das geht aus der TK-Studie hervor.

Schichtarbeit: 3 goldene Regeln 

  1. Schichtarbeiter sollten "vorwärts rotierend" wechseln. Denn: Der Wechsel von der Nachtschicht zur Frühschicht und dann zur Spätschicht ist für die meisten verträglicher als andersherum.
  2. Zudem sollten Arbeitnehmer nach Nachtschichtblöcken mindestens 48 Stunden frei bekommen.
  3. Mehr als drei Nachtschichten am Stück sind nicht empfehlenswert.

*Aus dem Report der Hans-Böckler-Stiftung (März 2018)

Nachteile der Schichtarbeit:

Der Anteil von Schichtarbeitern in der Gruppe der Schlechtschläfer ist überdurchschnittlich hoch. Die Hälfte von ihnen schläft höchstens fünf Stunden. Nachtarbeit führt oft zu Schlafstörungen und gesundheitlichen Problemen. Auch das tägliche Leben gerät durcheinander.

Vorteile der Schichtarbeit:

Oft bleibt nach einer Frühschicht mehr Zeit am Nachmittag für die Kinder oder die Familie, Freunde oder sich selbst. Und vor der Spätschicht nimmt sich mancher mehr Zeit für Termine und Erledigungen - oder einfach für längeren, erholsameren Schlaf.

Generell kommen jüngere Arbeitnehmer meist besser mit Schichtarbeit zurecht als ältere.

Das Minimum an Schlaf: 6 Stunden

Insgesamt findet jeder Dritte Deutsche nicht richtig in den Schlaf oder schläft nicht tief genug. Jeder Vierte (24 Prozent) kommt nicht auf das von Gesundheitsexperten empfohlene Minimum von 6 Stunden. Wer aber nicht ausreichend schläft, gefährdet nicht nur die eigene Gesundheit. Auch Unfallrisiko und Fehlerquote im Job stiegen. Nach einer Studie der DAK vom März 2017 sind seit 2010 die Schlafstörungen bei Berufstätigen zwischen 35 und 65 Jahren um 66 Prozent angestiegen.

Die Arbeitszeiten ändern sich, die Innere Uhr nicht

Laut der TK-Studie liegt der Anteil der Flex-Beschäftigten in Deutschland mittlerweile bei 30 Prozent. Und der Bedarf steigt mit dem Anspruch der Verbraucher, rund um die Uhr alles erledigen zu können.

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 und internationale Märkte fördern Produktion, Handel und Logistik, verändern auch die Arbeitswelt und die Anforderungen an die Beschäftigten. Die Nachtschicht ist also längst keine Ausnahme mehr.
„Was sich allerdings nicht ändert, ist die Innere Uhr des Menschen und sein Schlafbedürfnis“, sagte der Vorstandsvorsitzende der TK, Jens Baas. Infolgedessen sei die Herausforderung, ein gesundes Verhältnis zu finden zwischen den Bedürfnissen der Beschäftigten und den betrieblichen Erfordernissen. Der Mensch muss sich erholen, um kreativ und leistungsfähig zu sein.

Update für den Kopf

"Im Schlaf sortiert das Gehirn seinen Zwischenspeicher. Dafür muss das System herunterfahren, das ist im laufenden mentalen Betrieb nicht möglich. Gerade in einer Wissensgesellschaft wie der unseren ist erholsamer Schlaf wichtig. Deshalb sollten wir unser Schlafverhalten optimieren, nicht rationalisieren."
Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK

Die Frühschicht fordert 100 Prozent, die Nachtschicht 156

Untersuchungen zeigen laut TK, dass Beschäftigte bei gleicher Tätigkeit zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich beansprucht werden.

Die Frühschicht liegt demnach bei 100 Prozent Energieeinsatz
die Spätschicht bei 113 Prozent
und die Nachtschicht bei 156 Prozent.

„Wer also möchte, dass Beschäftigte trotzdem gesund bleiben, muss sich um ein wirksames betriebliches Gesundheitsmanagement kümmern“, heißt es bei der TK.

Die häufigsten Probleme bei Schlechtschläfern

01

Erschöpfung

Beinahe jeder Zweite, der schlech schläft, fühlt sich erschöpft (44 gegenüber 21 Prozent.

02

Gereiztheit

Jeder Dritte, der schlecht schläft fühlt sich gereizt (33 gegenüber 9 Prozent.

03

Niedergeschlagenheit

Und immerhin jeder Fünfte der Schlechtschläfer fühlt sich niedergeschlagen (21 gegenüber 6 Prozent).

„Schlechtschläfer“ sind laut TK-Studie deutlich häufiger von gesundheitlichen Beschwerden betroffen. Demnach litten 54 Prozent unter Muskelverspannungen und Rückenschmerzen, bei den „Gutschläfern“ sind es nur 35 Prozent. Vieles ist aber gar nicht oder nur schwer beeinflussbar, wie Straßenlärm oder das Schnarchen des Partners.

Kleine Änderungen, große Wirkung

Die Studie zeigt aber auch, dass man schon mit kleinen Lebensstilveränderungen viel erreichen kann.

41 Prozent beklagen die Zimmertemperatur
23 Prozent konsumieren vor dem Schlafen schwere Mahlzeiten
und 15 Prozent nehmen noch koffeinhaltige Getränke zu sich

Bei immerhin 7 Prozent der Erwachsenen liegt das Smartphone auf dem Nachttisch oder unterm Kopfkissen. Nach einer Studie der pronova BKK nimmt sogar jeder Zweite sein Handy mit ans bzw. ins Bett. Besonders hoch ist der Anteil bei den Unter-30-Jährigen - hier stört das Handy bei jedem 5. den Schlaf.

Informationen zur TK-Studie

Für die Studie „Schlaf gut, Deutschland“ befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Juli 2017 im Auftrag der TK einen bevölkerungsrepräsentativen Querschnitt der Erwachsenen in Deutschland zu ihrem Schlafverhalten und wertete unter anderem auch Krankendaten ihrer Versicherten aus.

Hier gibt es die Studie in PDF-Form.

Wie gesagt, so bekommt der Kopf kein umfassendes Update. Das Programm schlaf.exe wird dann sozusagen unerwartet beendet - noch bevor es richtig starten konnte.

Jedoch: Diesen Lebensstil zu ändern, liegt in der Macht jedes Einzelnen. Was eine gute Nachricht ist. Und es gibt noch eine: Zwei von drei Erwachsenen schlafen demnach gut oder sehr gut. Sie haben morgens den perfekten Neustart. Da freut sich auch der Arbeitgeber.

mit dpa 15.11.2017 + 19.3.2018, Titelbild: pixabay.com 889520 ID: 2284501


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