Studie: Mit Smartphone ins Bett

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 Schlaf gut, Studien

 dpa

 15.12.2017

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Studie: Mit Smartphone ins Bett
5 Sterne (2 Votes)

Studie: Fast jeder zweite geht mit Smartphone ins Bett

Beziehungspartner bekommen durch das Smartphone Konkurrenz: Immer mehr Menschen haben inzwischen ihr Smartphone im Bett. Für fast vier von zehn Befragten gilt der letzte Blick vor dem Einschlafen und der erste nach dem Aufwachen ihrem Mobiltelefon. Es ist wie eine Sucht. Es ist die neue Sucht. Bei Umfrageteilnehmern unter 30 Jahren sind es sogar sieben von zehn. Dies sind Ergebnisse der repräsentativen Studie „Die Süchte der Deutschen 2017", die im Auftrag der Krankenkasse pronova BKK durchgeführt wurde.

Die neue Sucht: Technik macht enorm abhängig

Für manche unerlässlich - das Smartphone am Bett: Foto: pixabay DariuszSankowski iD: 1100268

Indes besitzen 78 Prozent aller Deutschen ein Smartphone. Die Mobilgeräte sind kaum wegzudenken. Gut jeder Fünfte (21 Prozent) gibt bei der pronova-Befragung an, dass er seinen Alltag ohne dieses Gerät nicht mehr organisieren könnte. Dabei entfaltet die Technik ein enormes Suchtpotenzial: 24 Prozent aller Studienteilnehmer verspürten schon einmal Paniksymptome wie Herzrasen oder Schweißausbrüche, weil sie ihr Smartphone vergessen hatten.

Kein Smartphone im Schlafzimmer

Displaylicht im Nachtmodus

Android: Das aktuelle Android 8 (Oreo) bietet den Nachtmodus, in dem bei Dämmerung und Dunkelheit blaue Farbanteile aus der Displaybeleuchtung herausgefiltert werden. Wie stark der Filter und zu welchen Zeiten er aktiv sein soll, lässt sich unter "Einstellungen – Display – Nachtlicht" festlegen. 

iOS: Seit der Version von iOS 9.3 gibt es den Nightshift-Modus (mit Apples 64-Prozessoren ab dem iPhone 5S von 2013). Die Option findet sich unter "Einstellungen – Anzeige & Helligkeit – Blaulichtfilter“. Auf Vorgängermodellen (iPhone 5, 5c, iPad 4, iPad Mini 1 oder iPod Touch 5. Generation) lässt sich der Blaulichtfilter leider nicht einrichten. 

„Manche Trends der Smartphone-Nutzung sind durchaus bedenklich", sagt Lutz Kaiser, Vorstand der pronova BKK. Auch wenn es auf den ersten Blick komfortabel erscheinen mag: Das Smartphone als Wecker zu benutzen, verführt zum Draufschauen – auch während der für den Körper wichtigen Ruhephasen. Helles Licht mit vielen Blauanteilen kurz vorm Einschlafen mindere nämlich den Erholungseffekt.

Wer also wirklich im Bett noch einmal seine Nachrichten prüfen muss, sollte spezielle Blaufilter-Funktionen nutzen. Darauf haben die Smartphone-Anbieter bereits reagiert und bieten indes Nachtmodi in den Einstellungen an (s. Infokasten). Das schont die Augen. In den Modi wird also der Blauanteil reduziert, der Rotanteil erhöht und somit die Nachtruhe nicht gefährdet. 

Der finale Tipp von Lutz Kaiser klingt ziemlich simpel, ist aber gar nicht so einfach:

Der Tipp

"Das Smartphone entweder ausschalten oder – noch besser – komplett aus dem Schlafzimmer verbannen."
Lutz Kaiser, Vorstand der pronova BKK

Ein Drittel kann nicht ohne Smartphone

Aber auch ohne körperlichen Nebenwirkungen kann die neue Sucht - also Smartphone, Tablet & Co. - ein Risiko darstellen. Eine Studie der Drogenbeauftragten der Bundesregierung zeigt, dass mehr als fünf Prozent der Jugendlichen in Deutschland süchtig sind nach Internet oder Computerspielen. Ein noch größerer Prozentsatz zeigt ein problematisches Konsumverhalten, auch wenn dieses noch nicht die Definition einer Sucht erfüllt. Die Allgegenwart von Smartphones hat diesem Trend erkennbar Vorschub geleistet.
Die Suchtstudie der pronova BKK zeigt, wie stark Smartphone und Internetnutzung bei den Bundesbürgern im Alltag verankert sind:

  33 Prozent der Befragten können auf ihr Smartphone keinesfalls verzichten
  Sogar 43 Prozent sagen das über ihren Computer oder Laptop.
  Mehr als jeder 6. Befragte nutzt das Smartphone während des Essens.
  Ebenso viele verwenden es, während sie sich mit Bekannten treffen, denen sie eigentlich ihre Aufmerksamkeit widmen sollten.
  13 Prozent können sogar beim Auto- oder Fahrradfahren die Finger nicht von der Chatfunktion lassen.

Informationen zur pronova-Studie

Die Studie „Die Süchte der Deutschen 2017" wurde im August 2017 im Auftrag der pronova BKK online durchgeführt. Dafür wurden 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt. Die Studie ist repräsentativ nach Geschlecht, Alter und Bundesland. 

Da wird gewhatsappt, gefacebookt, geskypt, geyoutubt, geinstagramt und gesnapchat was das Zeug hält. Mal ganz ehrlich: 99,99 Prozent aller Informationen könnten genauso gut am nächsten Tag gelesen werden – insbesondere was die Relevanz der Nachrichten betrifft.
Die Lieblings-Message unserer Redaktion ist übrigens: "Kannst Du auch nicht schlafen?". 

mit dpa 15.11.2017 
Titelbild: pixabay.com Free Photos ID:690192


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