Sonnabend, Sonntag, Montag – Jetlag

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 Schlaf gut, Studien

 Redaktion

 10.12.2017

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Sonnabend, Sonntag, Montag – Jetlag
5 Sterne (3 Votes)

Nach dem Wochenende kommt der Jetlag

I Don’t Like Mondays - so heißt ein Titel der Boomtown Rats, dessen Headline so manchem aus dem Herzen spricht. Der Text selbst geht jedoch weit übers Nörgeln hinaus:  Bob Geldof erzählt da von der Bluttat einer Schülerin: Die Jugendliche lief eines Morgens Amok, einfach weil sie "den Montag nicht mochte." Die Geschichte hinter dem Song ist weniger bekannt – der Titel aber trifft die Stimmung vieler. Ich mag Montage nicht - das ist eine Stimmung, die sich meistens schon am Sonntagabend in einem breit macht. 

Studie weist nach: Jugendliche sind gestresst 

Jugendliche sind Eulen

Im Prinzip kommen alle Menschen als Lerchen zur Welt. Mit der Pubertät werden dann aber alle sehr „eulig“ - ob sie wollen oder nicht.
Deshalb fordern Schlafmediziner einen späteren Schulbeginn.
Bis zum 26. Lebensjahr  entscheidet sich schließlich der endgültige, individuelle Chronotyp: Lerche, Eule oder Normaltyp (Normaltypen sind übrigens die meisten Menschen). Dieses Verhalten bleibt dann ein Leben lang veranlagt.

Teenager schlafen am Wochenende gerne länger und gehen abends später ins Bett: Mit 
dem Ergebnis, dass sie Montagmorgen völlig aus dem Rhythmus sind, wenn die Schule wieder losgeht. Das sich wiederholende Schlafdefizit fühlt sich an wie ein Jetlag, wie unter anderem eine Studie der schwedischen Universität Örebro zeigt. In der Folge seien Jugendliche im Unterricht stärker gestresst und schlechter gelaunt als andere, die genügend Schlaf bekommen. Auffällig ist, dass die stärker gestresste Gruppe auch häufiger einen Computer oder ein Smartphone im Bett nutzt.

Für die Studie wurden 2.700 Schüler im Alter von 13 bis 16 Jahren untersucht.

Schlafdefizit in der Nacht zum Montag

Ein weiteres Ergebnis war, dass einige Teenager (jeder Fünfte) etwa drei bis vier Tage brauchen, um wieder in ihren normalen Rhythmus zu finden – in den kommen sie also dann, wenn die Schulwoche fast vorbei ist. Der Großteil der Schüler schafft es aber, das Schlafdefizit über die Woche wieder aufzufüllen.

Grafik: pixabay.com taniarose ID 2107177

Grafik: pixabay.com taniarose ID 2107177

Ganz ehrlich: Wer kennt das nicht? Schon die Umstellung von Winterzeit auf Sommerzeit bringt die Innere Uhr aus dem Takt, der biologische Rhythmus gerät dann bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger durcheinander. Aber er gerät durcheinander. Manche brauchen da mindestens eine Woche, um sich von jener Umstellung zu erholen. Ähnlich ist es nach dem Wochenende mit der Umstellung auf Montag ... Irgendwie kommt man nicht in Gang. Irgendwas fehlt. Achso, ja, Schlaf!
So ein bisschen Schlafmangel, so ein kleines Schlafdefizit – so erstaunliche Auswirkungen.

Können soziale Medien süchtig machen?

Ständig chatten, posten und liken: Eine weitere repräsentative Studie, diesmal von der Krankenkasse DAK, kommt zu alarmierenden Ergebnissen. 2,6 Prozent der Teenager zeigen da ein Suchtverhalten nach sozialen Medien. Folgen sind nach Angaben der Forscher u.a. Schlafmangel, Realitätsflucht und Stress mit den Eltern. Hier einige ausgewählte Ergebnisse der Studie:

Symptome der Social-Media-Sucht?

Zu den Kriterien zählen ein ständiges Denken an Freunde-Netzwerke oder Messenger-Dienste im Internet – selbst in der Schule und in der Lehre.

WhatsApp, Instagram und Co.

Für die Studie "WhatsApp, Instagram und Co. - so süchtig macht Social Media" wurden zwischen dem 14.8. und 16.9. 2017 telefonisch 1001 Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren befragt. Dabei ging es u.a. um beliebte soziale Medien, den Zeitaufwand dafür, Kontaktpflege über soziale Medien, Schlafdefizite sowie Auswirkungen der Nutzung bis hin zu möglichen Konflikten mit Eltern und Freunden.

Dazu kommen Entzugserscheinungen wie Gereiztheit, Unruhe oder Traurigkeit, wenn das Handy oder andere Empfangsgeräte nicht in der Nähe sind.
Unter Kontrollverlust verstehen die Wissenschaftler, dass Teenager unfähig sind, ihre Zeit für soziale Medien selbst zu begrenzen.
Auch ihr Verhalten kann sich ändern: Kinder und Jugendliche verlieren zum Beispiel das Interesse an Hobbys. Sie lügen über das Ausmaß ihrer Nutzung sozialer Medien und riskieren Freundschaften, Schulerfolg oder Karrierechancen für ihr Online-Dasein.

Problem 1: Der Faktor Zeit

Die große Mehrheit der Kinder und Jugendlichen (85 Prozent) ist laut Studie jeden Tag insgesamt knapp drei Stunden in sozialen Medien unterwegs – Mädchen (mit 182 Minuten) etwas häufiger als Jungen (151 Minuten). Abiturienten verbringen etwas weniger Zeit online (149 Minuten) als Teenager mit mittlerem oder niedrigerem Schulabschluss (207 Minuten).
Am häufigsten nutzen die Befragten:

  1. WhatsApp (66 Prozent)
  2. Instagram (14 Prozent)
  3. Snapchat (9 Prozent)
  4. und Facebook (2 Prozent).

Problem 2: Stress mit den Eltern

Wegen der hohen Nutzung sozialer Medien kommt es bei 6 Prozent der befragten jungen Leuten zu häufigen Streit mit ihren Eltern. Bei 16 Prozent gibt es manchmal Auseinandersetzungen.

Foto: pixabay.com composita ID 2191104

Foto: pixabay.com composita ID 2191104

Je jünger die befragten Jungen und Mädchen sind, desto häufiger kracht es. 14 Prozent der 12- und 13-Jährigen nutzen soziale Medien deshalb oft heimlich. 

Problem 3: Zu wenig Schlaf

Verschiebt sich bei Jugendlichen ohnehin der Biorhythmus (weil er sich allmählich auf die genetisch bedingte Veranlagung einpendelt), kommt zudem bei manchen Jugendlichen ein zusätzliches Schlafdefizit hinzu: 
Knapp jeder fünfte 12- bis 17-Jährige gibt an, wegen der Social-Media-Nutzung manchmal zu wenig zu schlafen (17 Prozent). Bei sechs Prozent kommt dies sehr häufig oder häufig vor. Je älter die befragten Jungen und Mädchen sind, umso eher geben sie an, manchmal wegen sozialer Medien zu wenig zu schlafen.

Problem 4: Psychische Instabilität

Unter allen befragten Teenagern ergaben sich bei 8 Prozent Hinweise auf eine depressive Neigung. Auffällig war, dass jeder 3. Betroffene mit eher depressiver Stimmung auch zu einer problematischen Nutzung sozialer Medien neigte.

Digitale Ruhephasen sind wichtig

Routinen können Jugendlichen dabei helfen, gut zu schlafen. Eltern sollten mit darauf achten, dass die Teenager ihr Smartphone nicht mit ins Bett nehmen und nach 22 Uhr keine Nachrichten mehr schreiben.
Klingt für die einen grausam, ist aber überraschenderweise ein allgemeiner Trend: Einer anderen DAK-Studie von Ende 2017 zufolge gaben immerhin 34 Prozent der Jüngeren (zwischen 14 und 29 Jahren) an, von mehr Offline-Zeit zu träumen. Sie nahmen sich für 2018 vor, ihr Smartphone weniger zu nutzen. Ein positiver Trend also, der sich der aufkeimenden Social-Media-Sucht entgegensetzt: Denn Rechtzeitig offline zu gehen, ist wichtig. Der Körper braucht digitale Ruhephasen, um gesund und fit zu bleiben. Und immerhin scheint es ja dafür bei den Jugendlichen ein Bewusstsein zu geben.
Übrigens. Wissen die Erwachsenen immer sehr genau, was für die "Kinder" gut ist. Selbst sind sie aber oft auch nicht besser, wie eine pronova-Studie belegt. 
Na? Wer likt jetzt was?

mit dpa 29.9.+ 14.12.2017 + 1.3.2018 
Titelbild: pixabay.com geralt ID: 1672385


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