Studie: Deutschland schläft schlecht

Studie: Deutschland schläft schlecht

Studie: Deutschland schläft schlecht

Generic selectors
Genaue Treffer
Suche in dem Titel
Suche im Text
Suche in Artikeln
Suche in Seiten
nach Themen filtern
Allgemein
Anzeige
Interviews
Matratzen
Matratzen Ratgeber
Nachrichten
Schlaf gut
Schlafhilfen
Schlafstörungen
Schlafzimmer
SERIE: Einschlafen
Studien
Tests
Videos
Zeitumstellung

 Schlaf gut, Studien

 Redaktion

 15.12.2017

 Keine Kommentare

Studie: Deutschland schläft schlecht
5 Sterne (3 Votes)

Studie: Deutschland schläft schlecht

Termin- und Leistungsdruck am Arbeitsplatz, ständige Erreichbarkeit oder zu viel Computer und Fernsehen: Es gibt immer mehr Risiken für Schlafprobleme. Gehen die Störungen mit Tagesmüdigkeit und sozialen und beruflichen Beeinträchtigungen einher, wird sogar von einer „schweren Schlafstörung“ (Insomnie) gesprochen. Und - nach einer Untersuchung der DAK-Gesundheit - wächst in Deutschland die Zahl der Betroffenen. Schlechter Schlaf ist ein Thema in Deutschland.

Immer mehr schlafen immer schlechter

Immer mehr Menschen in Deutschland können schlecht ein- und durchschlafen. Die Folgen sind Müdigkeit und Unkonzentriertheit bei der Arbeit sowie eine steigende Zahl von Fehltagen. Seit 2010 sind die Schlafstörungen bei Berufstätigen zwischen 35 und 65 Jahren um 66 Prozent angestiegen. Das geht aus dem Gesundheitsreport 2017 „Deutschland schläft schlecht – ein unterschätztes Problem“ hervor, den die gesetzliche Krankenkasse DAK in Berlin vorstellte.

Unter der besonders schweren Schlafstörung Insomnie mit Ein- und Durchschlafstörungen, schlechter Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und Erschöpfung leidet jeder zehnte Arbeitnehmer (9,4 Prozent). Das entspricht einem Anstieg von 60 Prozent seit 2010. Frauen sind mit elf Prozent etwas häufiger davon betroffen als Männer mit acht Prozent. Bei der Befragung berichteten der DAK zufolge etwa 80 Prozent der Erwerbstätigen von „Schlafproblemen“. Fast die Hälfte ist bei der Arbeit müde.

Schlafstörungen und deren Auswirkungen auf die Arbeit sind Schwerpunktthema der Krankenkasse für ihren Gesundheitsreport 2017. Die Fehltage aufgrund von Schlafstörungen nahmen demnach um rund 70 Prozent zu. Eine Krankschreibung aus diesem Grund dauert im Schnitt 10,9 Tage.

Schlechter Schlaf: Viele gehen nicht zum Arzt

Welcher Wecker für wen? Jetzt anmelden!

Allerdings versucht die Mehrheit, allein mit Schlafstörungen zurechtzukommen und geht nicht zum Arzt. Lediglich 4,8 Prozent der Erwerbstätigen waren 2016 deswegen in den Praxen. Selbst Arbeitnehmer mit Insomnie suchen oft keinen Arzt auf. Rund 70 Prozent der Betroffenen lassen sich nicht behandeln. Auch die Gefahr von Medikamentenmissbrauch nimmt zu. Die Versorgungssituation für Patienten hat die Studie allerdings nicht untersucht.

Informationen zur DAK-Umfrage

Für die Analyse zum Krankenstand wurden die Daten von 2,6 Millionen erwerbstätigen Versicherten durch das IGES Institut (Institut für Gesundheits- und Sozialforschung) in Berlin ausgewertet. Außerdem wurden rund 5.200 erwerbstätige Frauen und Männer im Alter von 18 bis 65 Jahren durch das Forsa-Institut befragt. Die Ergebnisse wurden mit einer DAK-Untersuchung von 2010 verglichen.

Schlafstörungen sind häufig Folge oder Ursache von psychischen Störungen wie Depressionen und Angstzuständen. Mehr als jeder dritte Patient bekommt deshalb eine Psychotherapie, jeder zweite Medikamente. Im Vergleich zu 2010 nehmen heute mit 9,2 Prozent fast doppelt so viele der 35- bis 65-jährigen Arbeitnehmer Schlafmittel. Jeder Zweite kauft dabei Schlafmittel ohne Rezept - meist ohne ausreichende Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen. Fast jeder Vierte nimmt Schlafmittel länger als drei Jahre ein.

Schlafstörungen können unterschiedliche Ursachen haben: vom bloßen Lärm in der Nacht über Stress am Arbeitsplatz oder in der Familie bis hin zu einem generell falschen Umgang mit Schlaf. Schlaf hat irrtümlicherweise oft noch ein schlechtes Image.

dpa 2017
Titelfoto: pixabay.com Foundry ID 863403


Weitere interessante Studien zum Thema:

Sofern Du zu den Betroffenen gehörst - welche Schlafprobleme hast Du? 

Diesen Artikel kommentieren