Streit im Schlafzimmer

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 Pamela Becker

 30.08.2018

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Streit im Schlafzimmer
5 Sterne (1 Vote)

Streit im Schlafzimmer - Fenster öffnen oder schließen?

Sobald sich zwei ein Schlafzimmer teilen, gibt es ausreichend Potenzial zum Streiten: Wann wird das Licht ausgeschaltet, darf der Hund mit ins Bett oder wie steht es um die Rücksichtnahme desjenigen, der früher aufsteht oder später ins Bett geht. In unserem Schlafzimmer wurde über die nächtliche Position des Fensters gestritten: Geschlossen, auf kipp oder sperrangelweit geöffnet. Befeuert wurde unser Streit noch durch diverse Mythen und zu einem guten Kompromiss kamen wir erst nach Jahren.

Mythos Frischluft und Temperatur im Schlafzimmer

Schon meine Oma gab mir mit auf den Lebensweg, stets bei geöffnetem Fenster zu schlafen. Es sei gesund, sich nachts frischer Luft auszusetzen - im Sommer wie im Winter. Nun muss man dazu anmerken, dass meine Oma auf dem Land lebte, der Ort hatte kaum 100 Einwohner und diese kannten sich alle beim Vornamen. Türen wurden niemals abgeschlossen und außer dem Gackern der Hühner oder dem Bellen der Hunde herrschte Stille. Auf Einwände gegen das geöffnete Fenster führte sie stets ins Feld, dass die Kälte außerdem abhärte. So würden Erkältungen vermieden. Und schließlich sei sie selbst der lebende Beweis dafür. Denn sie sei in ihren 70 Lebensjahren niemals krank gewesen. Sie schwor im Gegenzug auf dicke Federbetten. Als Kind gruselte ich mich vor diesen Decken, weil ich das Gefühl hatte, von ihrer Schwere erdrückt zu werden.

 

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Was ist dran am Mythos?

Tatsächlich sinkt unsere Körpertemperatur während des Schlafes und deshalb darf das Schlafzimmer auch deutlich niedrigere Temperaturen haben, als die Räume, in denen wir uns tagsüber aufhalten. 16 bis 18 °C sind ideal. Wenn es im Winter draußen deutlich kälter ist, müsste man die Heizung hochdrehen, um diese Idealtemperatur zu halten. Ein Großteil der Heizungsenergie wird durch die geöffneten Fenster jedoch schnell wieder entweichen.
Tatsächlich beeinträchtigt jedoch auch ein überheizter Raum die Bettruhe. Wir kennen das von heißen Sommernächten, in denen wir nur schwer in den Schlaf kommen. Sofern die Außentemperatur nicht unter 16 °C liegt, spricht nichts dagegen, das Fenster nachts geöffnet zu halten. Vielleicht gilt es noch zu beachten, dass in Städten die Einbruchgefahr bei geöffneten Fenstern steigt und dass Allergiker für Pollenschutzgitter sorgen sollten.

Tatsächlich reicht jedoch die Luft zum Schlafen auch bei geschlossenem Fenster aus: 
Gehen wir einmal von einem Schlafzimmer in Standardgröße von 15 Quadratmetern aus. Frisch gelüftet enthält dieser Raum rund 7.500 Liter Sauerstoff. Ohne aktive Betätigung braucht unser Körper pro Stunde rund 20 Liter Sauerstoff zum Atmen. Bei einer Schlafdauer von 8 Stunden verbrauchen also 2 Personen rund 320 Liter Sauerstoff.

Und wie steht es um die Abhärtung? Wird unser Immunsystem gestärkt, wenn wir unseren Körper nächtlicher Dauer-Kälte aussetzen?
Dafür gibt es tatsächlich keinen wissenschaftlichen Hinweis. Unser Immunsystem wird durch guten Schlaf gestärkt Ausgewogene Ernährung, ausreichend Tageslicht und tägliche Bewegung spielen eine große Rolle. Außerdem gibt es gute Hinweise darauf, dass unsere innere Ausgeglichenheit und die Vermeidung von Stress unserem Immunsystem helfen, intakt zu bleiben. Vor Viren und Bakterien kann man sich zusätzlich dadurch schützen, regelmäßig die Hände zu waschen und nicht so oft ins Gesicht zu fassen. 

Meine Oma hatte also unrecht. Warum hält sich der Mythos dann so hartnäckig? 

 

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"Frostbeule" und "Schwitzer" teilen sich ein Bett

Mein Mann teilt die Lebensphilosophie meiner Oma. In der ersten Verliebtheit fiel mir das nicht auf. Eng umschlungen war an Kälte nicht zu denken. Aber als wir unsere erste gemeinsame Wohnung bezogen, begannen wir über die nächtliche Fensterposition zu streiten: "Wir brauchen frische Luft, das ist gesund.", "Es ist kalt, ich friere.", "Ich kauf Dir eine wärmere Decke.", "Es ist Energieverschwendung, das Fenster zu öffnen." und so weiter.

Tatsächlich ist mein Mann ein "Schwitzer". Selbst im Winter trägt er selten tagsüber mehr als ein T-Shirt. Und nachts im Bett ist sein Körper warm wie ein Ofen. Ich hingegen bin eine echte Frostbeule. Sieht man einmal von diesem Jahrhundertsommer ab, dann friere ich ständig. Kuschelige Decken begleiten mich auf die Coach und im Winter wage ich mich nur nach draußen, wenn ich mich vorab in diverse Schichten gewickelt habe. 
Wir einigten uns nach einigen Jahren darauf, die Heizung im Schlafzimmer nachts abzudrehen und ein Fenster auf kipp zu stellen. Das war für uns beide keine glückliche Lösung.

Deshalb beschäftigten wir uns etwas intensiver mit dem Thema.

Lösungsmöglichkeiten

#1 Belüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Eine gute Lösung ist die Investition in eine Belüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Denn das Gefühl, frische Luft zu benötigen - obwohl ausreichend Sauerstoff im Raum vorhanden ist - entstammt wohl eher schlechtem Geruch. Sagen wir einmal der Hund pupst in der Nacht. Das ist unangenehm, deshalb möchten wir den Gestank loswerden. Eine Belüftungsanlage sorgt für, dass die Luft permanent im Austausch ist. Der vorhandenen Zimmerluft wird die Wärme entzogen und der neuen Luft wird diese wieder zugeführt. Gute Geräte können zusätzlich für eine konstante Luftfeuchtigkeit sorgen. Sie beugen Schimmel vor und spezielle Filter sorgen dafür, dass Pollen und Staub vor der Tür bleiben.

Wir haben uns gegen diese Möglichkeit entschieden. Auch aus Kostengründen, denn ein professionelles Gerät für 1 Zimmer kostet rund 1.000 €.   

 

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#2 Bettseite "Schwitzer"

Viel weniger kompliziert war da die Überlegung, unsere Betten neu auszustatten. Und die erste gute Entscheidung war, unterschiedliche Matratzen in unser Bett zu legen.

  • Mein Mann entschied sich aufgrund des sehr guten Luftfeuchtigkeittransports für eine Federkernmatratze. Diese sind sehr atmungsaktiv, die Luftfeuchtigkeit wird schnell abtransportiert, die Matratze isoliert die Wärme nicht.
  • Um die Matratze zu schonen, kauften wir zusätzlich einen Matratzenschoner aus Fasern. Diese saugen den Schweiß auf und transportieren die Feuchtigkeit ab.
  • Im Sommer nutzt mein Mann einen Bettbezug als Bettdecke. Für den Winter entschied er sich für eine dünne Seidendecke. Diese nimmt keine Feuchtigkeit auf.
  • Wir kauften zudem neue Bettwäsche aus Seersucker. Durch die geriffelte Oberfläche liegt sie nicht ganz auf der Haut auf und kann so gut die Feuchtigkeit und Wärme abtransportieren. Möglich wäre auch Leinen-Bettwäsche.

#3 Bettseite "Frostbeule"

  • Es gibt sowohl atmungsaktive als auch wärmeisolierende Latexmatratzen. Meine isoliert die Wärme leider nicht. Trotzdem entschied ich mich, diese zu behalten, da sie meinen schmerzgeplagten Rücken unterstützt. Stattdessen investierten wir in einen Matratzen Topper aus Kaltschaum. Der Schaumstoff hält die Wärme und ist somit ideal für Frostbeulen.
  • Zusätzlich kauften wir zwei warme Daunendecken. Im Sommer nutze ich lediglich die dünnere der beiden, an kalten Tagen die etwas dickere und im Winter nutze ich beide zusammen. 
  • Außerdem investierten wir in neue Biber- und Flannelbettwäsche. Die ist kuschelig weich und speichert zudem die Wärme.
  • Wenn es ganz kalt wird, lege ich vor dem Zubettgehen noch eine Wärmeflasche zwischen die Laken. Es ist herrlich, direkt in ein vorgewärmtes Bett zu schlüpfen. 

Außerdem prüfen wir nun die Außentemperatur. Sobald das Thermometer unter 16 °C fällt, kippen wir das Fenster nur noch an und schließen es bei Frost komplett. Wichtig ist, bei Kälte das Zimmer ausreichend am Tage und vor dem Zubettgehen zu lüften. Ist es wärmer, dann steht das Fenster offen. Noch ein Tipp am Rande: Sofern ihr euch dafür entscheidet, unterschiedliche Matratzen zu nutzen, achtet darauf, dass diese möglichst die gleiche Höhe haben. Möchte man kleine Höhenunterschiede oder die "Besucherritze" ausgleichen, gibt es passende "Liebesbrücken". Danach spürt man kaum einen Unterschied der Matratzen, wenn man zum Kuscheln auf die Seite des Partners rutscht.

Titelbild: pixabay.com "frauen-fenster-home-zurück" azubcic ID:1905855


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