Der Schlafstörung davonlaufen

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 Schlafhilfen

 Redaktion

 16.12.2017

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Der Schlafstörung davonlaufen
5 Sterne (2 Votes)

Sport ist gut für die Psyche

Depressionen, Schlafstörungen, negative Gedankenkarussells - von all dem sind immer mehr Menschen in der westlichen Welt betroffen. Schützen kann ein Medikament, das kostenlos zu haben ist und nicht mal Nebenwirkungen hat: Bewegung. Mit Sport kann man dem Stress davonlaufen.

Aerobe Bewegung wirkt antidpressiv

Wenn Lauftherapeutin Joanna Zybon die Berliner Justizvollzugsanstalt Plötzensee betritt, wird sie zu „Trainerin Joe“. Die Häftlinge kommen mit Abhängigkeitserkrankungen, Depressionen oder Schlafstörungen zu ihr. Laufen als Medizin?
Im Gefängnis sieht man das Training mit ihr nicht nur als willkommene Abwechslung zum eintönigen Alltag. Es hat sich herumgesprochen, dass es neben Fitness um mehr geht. Das Ziel: Schritt für Schritt den Kopf befreien.
Damit haben die Häftlinge einen ganz wichtigen Punkt verstanden.
 Studien belegen, dass aerobe Bewegung - also solche, die mit moderater Intensität auskommt -, sogar antidepressiv wirkt. Zum Stressabbau ist nichts besser geeignet als Sport. So lassen sich eben auch Schlafstörungen behandeln. Und trotzdem bevorzugen viele nach einem anstrengenden Tag lieber den Stuhl oder die Couch. Weil Sport anstrengend ist. Dabei ist genau diese Anstrengung Teil des Wirkmechanismus. Sport ist eine der besten Lösungen.

Je mehr Stress, desto mehr Sport

Foto Pixabay / Foto4Memo ID: 2806435

Wer mehr Sport macht, bringt die Stresshormone wie Cortisol in Balance. Der Sportwissenschaftler Prof. Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln erklärt: „Entspannung tritt nicht automatisch nach einem anstrengenden Tag ein. Erst müssen wir einen Reiz setzen, der uns anspannt, dann folgt die Entspannung." Je mehr Stress wir haben, desto regelmäßiger müssen wir uns also bewegen. Dabei zählt nicht die Sportart, sondern die Intensität und Dosierung. Dazu braucht es Motivation.

135 Minuten pro Woche gegen die Depression

Auch Cora S. Weber, Fachärztin für Psychosomatik und Innere Medizin, hat sich viel mit Bewegung und Psyche beschäftigt. Drei Mal 45 Minuten aerobe Bewegung in der Woche hilft ihr zufolge gegen Depression, ist also nachweislich stimmungsaufhellend. „Der Sport wirkt sogar angstlösend“, weiß die Chefärztin der Berliner Park-Klinik Sophie Charlotte.

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Auch bei Angst entsteht Stress, der durch die Bewegung gelöst wird. Entscheidend ist 
aber dies: Sport lenkt von der Furcht ab. „Außerdem beugt man Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit und Diabetes vor“, so Weber.
 Sie empfiehlt gegen das Gefängnis im Kopf Laufen, weil es zu den ersten Fähigkeiten gehört, die der Mensch lernt. Und weil die Umsetzung so einfach ist. Am besten ist: "sich den Ausdauersport auszusuchen, den man gerne macht.“

Joggen überfordert viele

Prof. Ingo Froböse sieht nicht nur im Ausdauersport Vorteile: „Mir müssen Sie mit Yoga zwar nicht kommen, aber 
wer das gerne macht, soll das machen.“ Es wirke genauso gut. Der Fokus auf die Atmung ist meditativ, Muskeln werden angespannt und entspannt. Der Unterschied zum Laufen ist zumindest, was das angeht, gar nicht so groß. „Egal was Sie machen, bleiben Sie subjektiv unterfordert“, rät der Sportexperte.

"Länger als zwei Stunden Laufen ist Quatsch, auch für bestens Trainierte. Ein Marathon ist vielleicht gut fürs Ego – mit Gesundheit hat das nichts zu tun", sagt der Sportwissenschaftler und Gesundheitsexperte Prof. Ingo Froböse.Blutige Anfänger sollten am besten mit zügigem Walken beginnen, Joggen überfordere die allermeisten. „Jede Art von Bewegung tut gut, gehen Sie nach Ihrer Arbeit spazieren, laufen Sie zur S-Bahn.“ Und wieder: dranbleiben zählt.


Nicht übertreiben, denn der Spaß muss bleiben

„Nach acht bis zehn Wochen kommt meistens ein Motivations-Tief, auf das man gefasst sein sollte“, so Froböse. „Belohnen Sie sich oder hängen Sie sich ein Ziel an den Kühlschrank.“ In den Kühlschrank greifen hilft dagegen nicht: Es betäubt das Unbehagen höchstens für einen Moment, bewältigt es aber nicht.

Schlecht ist Bewegung dann, wenn sie zusätzlichen Stress verursacht. Das kann der Fall sein, wenn eine Sportart zu intensiv und häufig ausgeübt wird oder wenn sie keine Freude bereitet. Das lässt sich auch im Tierversuch nachweisen. In einer Studie, in der einige Ratten regelmäßig schwimmen mussten, während andere im Laufrad liefen, war das Stresslevel derjenigen geringer, die liefen. Auch Tiere haben ihre Präferenzen.

Wer sich psychisch und physisch etwas Gutes tun will, muss also einen Reiz setzen, darf sich aber keineswegs überfordern. Und sich vor allem zu nichts zwingen, das er nicht gerne tut.

(mit dpa, Marie von der Tann)  Titelbild: pixabay.407992 ID: 187758


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