Sommerzeit: Pro und Contra

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 Nachrichten, Zeitumstellung

 Abini Herzberg

 19.03.2018

 5 Kommentare

Sommerzeit: Pro und Contra
4.7 Sterne (3 Votes)

Pro und Contra der Sommerzeit

Die Sommerzeit ist für viele ein emotional aufgeladenes Thema. Eine große Mehrheit der Deutschen wünscht sich nach einer neuesten Umfrage (Forsa vom 7. und 8. März 2018) die Abschaffung der Zeitumstellung. 73 Prozent der Befragten sprachen sich gegen die Uhrumstellung im Frühjahr und Herbst aus. Am Pro und Contra der Sommerzeit, den Argumenten der Befürworter und Gegner, lässt sich einmal mehr die subtile Problematik erkennen: Dabei wird selten unterschieden in Sommerzeit (länger hell) und Zeitumstellung (zweimal im Jahr Uhren und Biorhythmus umstellen). Obwohl das doch zwei unterschiedliche Themen sind.

Der psychologische Effekt der Uhrumstellung

Die Sommerzeit soll dazu führen, dass das längere Tageslicht in den Sommermonaten besser genutzt wird. Wer an die Sommerzeit denkt, fühlt sich aber oft einer wertvollen Stunde seines Schlafs beraubt. Viele Menschen sind einfach nur genervt – und in den ersten Tagen danach noch müder als ohnehin schon. Das hat mit dem Biorhythmus zu tun. Es ist nämlich die anhaltende Lichtumstellung, die uns zu schaffen macht und nicht die einmalige Stunde weniger Schlaf.
Streng genommen verschiebt sich lediglich die Zeit, in der es hell ist. Denn morgens geht die Sonne – bezogen auf die Uhren – nun eine Stunde später auf. Berufstätigen (ohne Schichtdienste) kommt der hellere Abend dann entgegen. Sie haben mehr Freizeit, so das häufigste Argument. Ja, wer trifft sich schon morgens um sechs mit Freunden zum Grillen? Abends passiert das viel eher. Die Sommerzeit ist also vor allem ein psychologischer Effekt.

Zeitumstellung - Sommerzeit

Menschen sitzen vor der untergehenden Sonne wie hier am Bodensee. Das Europäische Parlament hatte im Februar die EU-Kommission aufgefordert, die Vor- und Nachteile der Zeitumstellung genau zu prüfen und sie gegebenenfalls zu beenden. In der Nacht zum Sonntag werden die Uhren wieder auf Sommerzeit umgestellt - von 2.00 auf 3.00 Uhr.

Wir haben nun die häufigsten Pros und Contras zusammengefasst – die am Ende auch über Sinn und Unsinn der Sommerzeit urteilen.

Pro:

  • Es gibt mehr Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten wegen der längeren Sommerabende – und somit ein Stück mehr Lebensqualität.
  • Man muss sich abends zum Sport nicht so aufraffen wie im Winter.
  • Zudem wirkt mehr Sonnenlicht gegen Depressionen.
  • Der Handel und die Gastronomie mögen die Sommerzeitregelung, weil die längeren Abende die Verbraucher dazu verleiten, mehr Geld für Freizeitaktivitäten auszugeben.
  • Dies schafft in der Hochsaison auch mehr Arbeitsplätze.

Contra:

  • Das lange Tageslicht stört, wenn man früh ins Bett muss.
  • Studien zeigen, dass es insbesondere kurz nach der Umstellung auf die Sommerzeit zu einem Anstieg von Verkehrsunfällen kommt (u.a. Wildunfälle).
  • Es gibt negative Auswirkungen auf den Schlaf (erhöhte Schlafmitteleinnahme), der Mini-Jetlag kann über mehrere Tage anhalten (mehr als 25 Prozent).
  • Bei immer mehr Menschen geht die Innere Uhr heutzutage ohnehin nach. Die Sommerzeit schickt die Menschen zu spät ins Bett, der Wecker holt sie zu früh aus dem Schlaf.
  • Die Uhrumstellung ruft weitere gesundheitliche Probleme hervor: Erschöpfung, Depression (erhöhte Suizidrate) und ca. 10 Prozent mehr Herzbeschwerden (Schwankungen der Herzfrequenz, erhöhte Herzinfarktrate).
  • Da viele Arbeitnehmer über Müdigkeit und Konzentrationsprobleme klagen, hat das entsprechende Folgen für die Produktivität (ca. 5 Prozent mehr Arbeitsunfälle).
  • Dienstpläne für Nachtschichten müssen umgestellt werden, überall dort, wo Arbeitnehmer nicht automatisch eine Stunde weniger arbeiten dürfen.
  • Bei Religionen, die sich nach dem Sonnenstand richten, verschieben sich die Gebetszeiten. Das kann im Alltag irritieren: Bei manchen Gläubigen tickt dann die "weltliche", bei anderen die "religionsgebundene" Uhr.
  • Landwirte klagen über Anpassungsschwierigkeiten von Milchkühen. Kühe benötigen 1 bis 2 Wochen, um sich an die neue Melkzeit zu gewöhnen.
  • Nicht zuletzt: Ein wesentlicher Grund für die Sommerzeit war die erhoffte Energieeinsparung. Daten belegen dies allerdings nicht. Offenbar wird durch vermehrtes morgendliches Heizen im April und Oktober der Energieverbrauch (nach Angaben des Umweltbundesamtes) insgesamt sogar noch erhöht. Zudem ist die künstliche Beleuchtung in den letzten Jahren sehr viel energieeffizienter geworden.

Weder Pro noch Contra:

  • Für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr war die Zeitumstellung eine enorme Herausforderung, indessen erscheint sie schon wie Routine. Für den Flugverkehr gilt das nicht, denn die Flugpläne werden nicht verändert. Es gilt weltweit die Greenwich Mean Time (Weltzeit); auf den Tickets werden jedoch die jeweils aktuellen Zeitumstellungen berücksichtigt.

Keine Veränderungen in naher Zukunft?

Warum wird eigentlich nicht einfach eine von beiden Zeiten für immer beibehalten? Also entweder immer die Sommerzeit oder immer die Winterzeit. Dann hätten wir die leidige Uhrumstellung nicht mehr. Mit dieser Frage will sich nun die EU beschäftigen. Das Europäische Parlament hatte im Februar – nach vielen Petitionen der Bürger – die EU-Kommission aufgefordert, die Vor- und Nachteile der Zeitumstellung genau zu prüfen und sie gegebenenfalls zu beenden. Aber, was die EU abschafft und was nicht – steht noch völlig in den Sternen. So eine EU-Entscheidung kann bekanntlich dauern, zu viele Interessen wollen dabei berücksichtigt werden: Deshalb können wir an dieser Stelle ruhigen Gewissens schon mal die nächsten Zeitumstellungen ankündigen, besser gleich bis 2025.
Das bestätigt übrigens auch die anfangs erwähnte repräsentative Studie des Forsa-Instituts (im Auftrag der DAK-Gesundheit). Nur 31 Prozent glauben, dass die zur Energieeinsparung gedachte Maßnahme in den nächsten fünf Jahren tatsächlich abgeschafft wird. 

Die Zeitumstellungen bis 2025

Die Sommerzeit folgt einer einfachen Regel: Sie beginnt immer am letzten Sonntag im März; und die Winterzeit beginnt immer am letzten Sonntag im Oktober

Sommer: 25. März 2018
Winter: 28. Oktober 2018
 
 Sommer: 31. März 2019
Winter: 27. Oktober 2019
Sommer: 29. März 2020
Winter: 25. Oktober 2020
 
 Sommer: 8. März 2021
Winter: 31.Oktober 2021
Sommer: 27. März 2022
Winter: 30. Oktober 2022
 
 Sommer: 26.März 2023
Winter: 29. Oktober 2023
Sommer: 31. März 2024
Winter: 27.Oktober 2024
 
  Sommer: 30.März 2025
Winter: 26.Oktober 2025

Sommerzeit ist Zwangsbeglückung

Für den bekannten Chronobiologen Till Roenneberg (von der Ludwig-Maximilians-Universität München) ist die Zeitumstellung ein „öffentlicher Beschluss, nach dem alle eine Stunde früher zur Arbeit beziehungsweise in die Schule gehen müssen“. Einfach, weil es mal so beschlossen wurde. Und auch unsere Redaktion findet: Die Zeitumstellung ist ungesund, teuer und bringt keinen echten Mehrwert. Sie wirkt wie eine willkürliche „Zwangsbeglückung“. Aber vielleicht haben uns die wirklich überzeugenden Argumente noch nicht erreicht? 

(mit dpa)  Titelbild: pixabay.com jplenio  ID: 3195637 Beitragsbild: pixabay.com Blickpixel ID: 538286


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Alle Kommentare

  • Anonymous

    14.07.2018, 9:47 Uhr

    Weg mit dem Blödsinn. Die Zeitumstellung ist unnötig.

  • Anonymous

    16.07.2018, 10:35 Uhr

    “ GEHUPFT WIE GESPRUNGEN „😉

  • Anonymous

    07.08.2018, 16:26 Uhr

    Rein gar nichts, dass war völliger Schwachsinn die Zeitumstellungen

  • Anonymous

    08.08.2018, 5:47 Uhr

    2021 : 28.03. 《nicht 08.03.》 ♡
    Ich bin für die immerwährende Sommerzeit, abends eine Stunde länger hell, besonders im Herbst|Winter 🔝🌍☀️🍀👍- es sind danach keine weiteren Zeitumstellungen notwendig❗

  • Anonymous

    11.08.2018, 18:49 Uhr

    Der Tag hat immer 24 Stunden. Zeitumstellung ist absoluter Unsinn.