Sekundenschlaf kann tödlich sein

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 Nachrichten, Schlaf gut

 Redaktion

 05.12.2017

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Sekundenschlaf kann tödlich sein
5 Sterne (3 Votes)

Sekundenschlaf - die unterschätzte Gefahr

Müdigkeit am Steuer wird unterschätzt, sagt der Schlafforscher Hans-Günter Weeß. Wer glaubt, dass Kaffee oder Cola, frischer Wind oder laute Musik einen vom Sekundenschlaf abhalten können, unterliegt einem gefährlichen Irrtum. Schlafmangel wirkt sich nicht nur auf die eigene Befindlichkeit und die berufliche Leistungsfähigkeit aus. Er wirkt auch beträchtlich auf das Unfallrisiko im Straßenverkehr. Allein auf Autobahnen erlitt jeder 4. Unfalltote zuvor einen Sekundenschlaf. Und allgemein ist jeder 5. Unfall müdigkeitsbedingt.

Viel mehr Unfälle als durch Alkohol

Studien in den USA ergeben, dass Schläfrigkeit doppelt so viele tödliche Verkehrsunfälle verursachen wie Alkohol. In der deutschen Unfallstatistik taucht Schläfrigkeit dagegen nur mit einem Anteil von 0,5 Prozent auf. Dies hat damit zu tun, dass man Schläfrigkeit anders als Alkohol nicht messen kann.

Laut Robert Koch-Institut belaufen sich in Europa allein die Kosten durch Einschlafen am Steuer auf mehrere Milliarden Euro jährlich. Und schlimmer noch: Nach Darstellung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) gibt es sogar mehr tödliche Unfälle durch Sekundenschlaf am Steuer – als durch Alkohol am Steuer! Sekundenschlaf fordert also auch in Deutschland beinahe doppelt so viele Opfer, wird geschätzt.

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Sekundenschlaf Ursachen

Für den Sekundenschlaf gibt es eigentlich nur eine Ursache: Müdigkeit! Wichtiger ist also die Frage: Wodurch wurde die Müdigkeit ausgelöst?
Rund 15 bis 20 Prozent der Medikamente auf dem deutschen Markt können die Fahrtauglichkeit beeinträchtigen. Das betrifft insbesondere Schlafmittel, Psychopharmaka und Schmerzmittel, aber auch Anti-Allergie-Präparate.

Egal, ob die Einnahme über Tabletten, Kapseln, Tropfen, Säften oder Zäpfchen erfolgt.
Egal, ob Autofahrer, Mopedfahrer, Radfahrer oder Fußgänger:
Jeder Verkehrsteilnehmer sollte sich der Nebenwirkungen seiner Medikamente bewusst sein.

Eine anderer Auslöser sind kurze Nächte

Egal, ob ein einmaliges Schlafdefizit oder eine anhaltende Schlafstörung: Wer nicht ausgeschlafen ist, gefährdet sich und andere. Das kann mit steigendem Alter auch schon in den Nachmittagsstunden der Fall sein. Das weist die Unfallstatistik nach. Doch besonders gefährlich sind die Fahrten in den frühen Morgenstunden - nach einer kurzen Nacht. Denn die Reaktionszeit verringert sich nach vielen Stunden ohne Schlaf ähnlich wie nach dem Konsum von Alkohol:
Schon 17 Stunden ohne Schlaf beeinträchtigen das Reaktionsvermögen wie 0,5 Promille Alkohol im Blut,
22 Stunden ohne Schlaf wirken schon wie 1,0 Promille Alkohol im Blut.

Das sollte doch wachrütteln.

(mit dpa, 22.9. 2017), Titelfoto: pixabay.com StockSnap ID: 2619752


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