Auch Kinder haben Schlafprobleme

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 Schlafstörungen

 dpa

 04.12.2017

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Auch Kinder haben Schlafprobleme
5 Sterne (3 Votes)

Schafprobleme bei Kindern

Die Nacht durchschlafen - das gelingt nicht allen Kindern. Manche Kinder haben Schlafprobleme und kämpfen bereits in jungen Jahren damit. Für die Entwicklung hat das nicht selten negative Folgen. Und nicht bei allen wachsen sich die Schwierigkeiten aus.

Das Kind schläft nicht

Statt erholsamer Ruhe gibt es bei den Kleinen Tränen und Geschrei: Das Kind schläft nicht. Schlaflose Nächte kennen wohl alle Eltern. Doch bei manchen Kindern werden sie zum Dauerphänomen. „Etwa 10 bis 20 Prozent der Kinder im Alter von sechs Monaten bis vier Jahren in Deutschland haben Schlafstörungen“, sagt Prof. Angelika Schlarb.
 Die Forscherin von der Universität Bielefeld setzt sich seit mehr als 15 Jahren mit dem Thema auseinander und hat mehrere Studien dazu gemacht. „Mitunter wachsen sich Schlafstörungen mit den Jahren nicht einfach aus“, erklärt sie. Wer als Kind schlecht schlafe, habe auch als Erwachsener nicht selten Probleme.
Weitere Informationen in unserem Kurznachrichten Special: Kinder

Keine Schlafmittel für Kinder

Dennoch wird dringend davor gewarnt, leichtfertig Schlafmittel für Kinder zu verabreichen. Dabei kommen Wirkstoffe wie etwa Doxylamin, Dimenhydrinat oder Promethazin zum Einsatz. Daher Vorsicht! Einige harmlos wirkende Säfte (oft auch in Erkältungspräparaten) können nicht nur psychische Beeinträchtigungen, sondern sogar organische Schäden (z.B. an den Nieren) verursachen. Nur in ganz seltenen Ausnahmefällen überhaupt ist eine solche Verabreichung nötig.
Es kann anstrengend sein, wenn die Kinder schreien  und nicht einschlafen wollen. Aber Medikamente mit sedierenden (also dämpfenden) Effekten zu verabreichen - das ist keine Lösung. Ganz einfach deshalb, weil sie bspw. auch von Benommenheit über Halluzinationen bis hin zu Krämpfen führen können. Längst warnen Kinder- und Jugendmediziner vor den Gefahren und fordern eine grundsätzliche Rezeptpflicht.
Mediziner weisen darüberhinaus darauf hin, dass pflanzliche und homöopathische Alternativen auch keine Lösung sind. Denn auch sie greifen in den natürlichen Schlafrhythmus ein.
Wenn das eigene Nervenkostüm überfordert ist, dann sollten sich Eltern Hilfe holen: Unterstützung von Verwandten oder Hilfe vom Arzt. In jedem Fall sollten sie zuerst ihr Problem lösen, bevor das Kind als Problem gilt.
Es gibt also einen entscheidenden Unterschied zwischen Beruhigung und Ruhigstellung. Das sollten, das müssen Eltern immer beachten.

Mehr Probleme beim Einschlafen als beim Durchschlafen

Laut einer repräsentativen Befragung von Kindern und Jugendlichen im Alter bis zu 18 Jahren verändert sich die Schlafdauer von Kindern rasant: Schlafen Kinder im Alter bis zu sechs Monaten im Schnitt 14,3 Stunden pro Tag, sind es mit 10,5 bis 11 Jahren nur noch 9,5 Stunden. Laut der Studie haben 19,5 Prozent der Kinder allgemeine Schlafprobleme, 13 Prozent Einschlafprobleme, 8,8 Prozent Durchschlafprobleme. Von Ein- und Durchschlafstörungen geht Schlarb aus, wenn ein Kind seit mindestens drei Monaten mehrmals die Woche Probleme hat, ein- oder durchzuschlafen. Schlafstörungen können für die Kinder schwere Folgen mit sich bringen. „Sie können dann quengelig, aggressiv und unkonzentriert sein“, erläutert Schlarb. Aufmerksamkeits- und Lernstörungen seien weitere mögliche Beeinträchtigungen, erklärt Alfred Wiater, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin.

Ab wann hat ein Kind eine Schlafstörung?

Dazu meint die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:
Zunächst sollten Eltern beachten, dass Schlafprobleme in einigen Entwicklungsphasen typisch sind. Ist das Kind jünger als 6 Monate, kann von einer typischen Schlafstörung ohnehin keine Rede sein.

Von einer Schlafstörung kann dann ausgegangen werden: 
Wenn das Kind mindestens in 4 Nächten pro Woche 3 Mal oder öfter pro Nacht aufwacht.
Wenn das Kind dann im Durchschnitt länger als 20 Minuten wach ist.
Und wenn das Kind nur mit Hilfe der Eltern wieder in den Schlaf findet.

Weiter heißt es: Ist ein Schlafproblem erst einmal bekannt, lässt es sich oft mit etwas Geduld und Konsequenz lösen. Hilfreich dafür seien:
ein strukturierter Tagesablauf mit festen Schlafenszeiten
Einschlafrituale
und Bettroutinen

Dabei darf die Zuwendung und Aufmerksamkeit natürlich nicht zu kurz kommen. Allgemein ist bekannt, dass es dennoch wichtig ist, dass Eltern auch auf sich achten: Es ist besser, das Kind ins Bett zu legen, kurz aus dem Zimmer zu gehen und selbst zur Ruhe zu kommen – damit sich eine einstellende Unruhe der Eltern nicht auf die Kinder überträgt. Das Kind braucht Eltern, die ruhig bleiben. So lernt es, sich selbst zu beruhigen und nähert sich einem stabilen Schlaf -Wach-Rhythmus.

60 Prozent behalten ihre Schlafstörung

Ein Teil der Schlafstörungen bei Kindern - etwa das Schlafwandeln - ist reifungs- und entwicklungsbedingt. Diese Störungen klingen in der Regel spätestens in der Pubertät wieder ab. Doch ein Teil der Kinder nimmt die Störungen mit ins Erwachsenenalter. „60 Prozent der Kinder mit Schlafstörungen behalten das Problem“, schätzt Prof. Angelika Schlarb. Auch als Erwachsene hätten sie Schwierigkeiten, ein- oder durchzuschlafen. Mit Folgen: So steige durch Schlafstörungen das Risiko für eine psychische Erkrankung wie eine Depression, oder es kann andere gesundheitliche Folgen geben.

Medienkonsum lässt sich regeln

Schlafen Kinder schlecht, muss das nicht immer gesundheitliche Gründe haben. Es könne auch an einer Reizüberflutung liegen, sagt Alfred Wiater. Gerade ein zunehmender Medienkonsum könne die Kleinen leicht überfordern und Schlafstörungen provozieren. Er empfiehlt, Kindern bis zum Alter von drei Jahren überhaupt keine Medien konsumieren zu lassen und im Grundschulalter maximal eine Stunde pro Tag. Zeitlimits sollten abgesprochen werden und lassen sich problemlos einrichten: So erlauben Windows 7, 8, 10 und macOS das Anlegen von stundengenauen Zeiträumen, in denen ein Nutzerkonto Zugriff auf den Computer hat. Dabei lassen sich Schlafenszeiten auch für einzelne Tage einstellen und durchsetzen.

Viele Eltern holen sich aber zu spät Hilfe, wenn die Kinder schlecht schlafen. Ob der Weg, wie oft empfohlen, gleich zu einem Kinderpsychologen oder einer Familienberatungsstelle führen muss, können Eltern selbst entscheiden. Sie sollten sich bei Problemen aber in jedem Fall rechtzeitig an den Kinderarzt wenden.

mit dpa, 7.11.2017 
Titelfoto: Pixabay.cpm PublicDomainPictures ID 22194


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