Beste Schlafposition?

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 Schlaf gut

 Marc Becker

 30.01.2018

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Beste Schlafposition?

Von der besten Schlafposition wird immer wieder entweder in psychologischen oder gesundheitlichen Zusammenhängen berichtet. Immerhin können wir nicht kontrollieren, was wir im Schlaf tun. Ist es deshalb berechtigt, wenn Psychologen die richtige Schlafposition mit passenden Charaktereigenschaften übersetzen? Und ist es sinnvoll, dass Mediziner aus der Schlafposition Rückschlüsse auf unseren gegenwärtigen Gesundheitszustand ziehen? Können wir vom Bauchschläfer, Rückenschläfer und Seitenschläfer tatsächlich soviel über uns selbst lernen oder wurde dieses Themenfeld eher von Hobbypsychologen und Hypochondern so populär gemacht?

Wir alle sind Seitenschläfer, Rückenschläfer & Bauchschläfer

Schlafposition in Zahlen

Prozentwerte aus Studie von Prof. Dr. Chris Indzikowski mit 1.000 Probanden

Wer generell Rückschlüsse aus Schlafpositionen zieht, bezieht sich zwangsläufig dabei nur auf seine bevorzugte Haltung zum Einschlafen. Selten wachen wir so auf, wie wir einschliefen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass wir in der Nacht durchschnittlich 26 Mal die Schlafposition wechseln. Würden wir hingegen acht Stunden regungslos in nur einer Position verharren, wäre ein Bandscheibenvorfall vorprogrammiert. Bewusst ist uns nur  die Lieblingsposition, in der wir einschlafen. Komplett unbewusst ist hingegen, in welchen Positionen wir tatsächlich und wie lange schlafen. Einige Wissenschafter gehen davon aus, dass wir eine favorisierte Schlafposition bereits bis zum siebten Lebensjahr gefunden haben. Wie lange wir an dieser aber festhalten, ob und wie häufig wir diese ändern, ist noch unklar. Es handelt sich hier aber wahrscheinlicher um eine Angewohnheit, als um eine Notwendigkeit.

Ungesunde und gesunde Schlafposition

Über die medizinische Bedeutung von Schlafpositionen wird im Internet äusserst häufig geschrieben. Viele Ratgeber schließen aus jeder Schlafposition auf bestehende gesundheitliche Probleme. Richtig ist, dass jede Schlafposition einen speziellen Teil unseres Körpers schont, indem es einen anderen belastet. Meiden wir also eine bestimmte Schlafposition, liegt es nahe, dass wir dadurch Körperbereiche mit medizinischen Problemen bewusst oder unbewusst schonen. Jeder, der schon einmal mit Rücken- oder Zahnschmerzen ins Bett ging, hat diese Erfahrung gemacht. Obwohl es sich eine neue Schlafposition ungewohnt anfühlt, schläft trotzdem jeder in ihr kürzer oder später ein. Die Müdigkeit siegt am Ende. Und falls doch nicht, wissen wir in den meisten Fällen, welcher Schmerz und wach hielt. Bei näherer Betrachtung hält also kein Ratgeber für die richtige Schlafposition weitere überraschende Erkenntnisse über den Gesundheitszustand bereit.

Psychologisch bedeutsame Schlafposition

Schlafforscher wie der Brite Prof. Dr. Chris Idzikowski oder Psychiater wie der US-Amerikaner Samuel Dunkell behaupten, dass wir vergleichbar mit unserer unterbewussten Körpersprache auch während des Schlafens  kommunizieren. Den Forschern stehen mit Hilfe von Umfragen und Probandentests logische Schlussfolgerungen zur Verfügung, empirisch belegt wurden die Aussagen jedoch noch nicht.

Dunkell publizierte bereits 1977 sein Buch "Sleep Positions: The Night Language of the Body", Idzikowski arbeitet am Edinburgher Sleep Centre and Adivory Service und publiziert bereits seit den Achtzigerjahren seine Überlegungen und Theorien über die Schlafpositionen als Schlüssel unserer Persönlichkeit. Möglicherweise gaben einer oder auch beide Wissenschaftler damit den Startschuss zu den bis heute immer wieder aufgewärmten Typologien. Dabei gehören diese Überlegungen sicher in die Grauzone von ernsthafter Wissenschaft.

Unbestritten ist, dass wir uns für unterschiedliche Emotionen die passenden Körperhaltungen und Gesten angewöhnt haben. Verschiedene Studien lassen die Vermutung zu, dass wir auch im Schlaf passend zu bestimmten Träumen diese emotional verknüpften Körperhaltungen einnehmen.  So haben einer Studie der Shue Yan Universität in Hong Kong zufolge Bauchschläfer öfter erotische Träume. Ein Erklärungsversuch ist, dass der Druck auf die Geschlechtsorgane im Traum symbolisch verarbeitet wird. In der Studie mit 670 Teilnehmern wurde u. a. ermittelt, dass Albträume häufig auf der linken Seitenlage geträumt werden, auf der rechten hingegen signifikant weniger vorkommen.

Beim Studieren verschiedener Studien ist also ein Zusammenhang zwischen Körperhaltung und aktueller Gefühlslage im Schlaf wahrscheinlich. Dies erinnert aber mehr an Erkenntnisse aus der Körpersprache im Wachzustand. Für das Zuordnen fester Charaktereigenschaften zu Einschlafpositionen hingegen lassen sich keine wissenschaftlichen Beweise finden.



Schlafposition - Seitenschläfer - EmbryoDie Seitenlage ist die mit Abstand beliebteste Schlafposition: Weit mehr als die Hälfte aller Menschen schlafen entweder mit ausgestreckten oder angewinkelten Armen und Beinen (Embryo-Stellung) auf der Seite.

 

Vorteile

Die Atmung fällt leicht, weil kein Druck auf der Lunge und dem Zwerchfell  lastet. In dieser Position wird zudem die Wirbelsäule optimal entlastet. Die Seitenlage links verhindert sogar Sodbrennen.

Nachteile

Das Zusammendrücken des Gesichts auf dem Kopfkissen kann die Bildung von Falten verstärken. Die Embryonalstellung (Seitenlage mit zusätzlich stark angewinkelten Armen und Beinen)  kann Nackenschmerzen verursachen. Seitenschläferkissen wurden eigens dafür entwickelt, die Nachteile der Seitenlage auszugleichen.

Persönlichkeitsmerkmale

Für die normale Seitenlage werden oft folgende Persönlichkeitsmerkmale genannt: "ausgeglichen", "offen für Neues", "zielgerichtet", "ordentlich" und "akkurat". In der Embryo Stellung wird der Körper lediglich stärker eingerollt. Und trotzdem werden diesen Seitenschläfern meisten komplett andere Charaktereigenschaften nachgesagt: "schutzbedürftig", "schüchtern", "gefühlsbetont", "kreativ" und "pragmatisch". Diese Lage - auch "Fötusposition" genannt - steht nach Idzikowski analog zum Körper im Mutterleib für eine unvollendete Persönlichkeit.

Schlafposition - RückenschlägerDie Rückenlage soll die schonendste und ausgeglichenste aller Schlafposition sein. Sie ist die zweit beliebteste Schlafposition und die bevorzugte Lage von Schnarchern.

 

 

Vorteile

Die vorderen Organe wie Herz, Lunge, Magen sowie der Verdauungstrakt werden geschont. Das Gesicht liegt zudem frei und wird nicht wie in den anderen Positionen auf das Bett oder Kissen gequetscht.

Nachteile

Liegt der Kopf zu niedrig oder zu hoch, entstehen schnell Nackenverspannungen und -schmerzen. Um die richtige Liegehöhe, Stützkraft und das richtige Einsinken des Kopfes sicherzustellen, helfen spezielle Nackenstützkissen. Der größte Nachteil der Rückenlage ist die besondere Gefahr des Schnarchens. Das Gaumensegel hängt hinten im Rachen und ist dafür verantwortlich, dass Essen und Getränke nicht durch die Mundhöhle in die Nase geraten. In der Liegeposition auf dem Rücken rutscht es nach hinten. Wenn es in dieser Position durch den Luftzug beim Atmen zu flattern beginnt, spricht man von Schnarchen. Auch der Zungengrund kann nach hinten rutschen, die Atemwege verengen und Schnarchgeräusche erzeugen..

Persönlichkeitsmerkmale

Der "Rückenlage" werden folgende Persönlichkeitsmerkmale genannt: "selbstbewusst", "ruhig" und "reserviert", Menschen mit "festen Grundsätzen".Idzikowski spricht auch von der "Soldatenposition". Angeblich nehmen "Manager-Typen" diese Position gern ein, weil diese besonders viel Platz für Arme und Beine zum Organisieren und Erteilen von Befehlen brauchen.

Schlafposition - BauchschläferDie Bauchlage ist im Vergleich zu den anderen Positionen ein Exot. Sie gilt vielen Medizinern zugleich als die  unvorteilhafteste aller Schlafpositionen.

 

 


Vorteile

Die Rückenwirbelsäule. Rückenmuskulatur sowie die hinteren Organe (z.B. die Nieren) werden optimal entlastet. In dieser Lage kann das Gaumensegel nicht mehr zurück rutschen, Schnarchen ist in dieser Position dadurch praktisch ausgeschlossen.

Nachteile

Die Halswirbelsäule wird oft überdehnt, dadurch entstehen Schulter- und Nackenverspannungen. Wer zusätzlich das Kissen umarmt, stört zusätzlich die Durchblutung der Hände. Das Gesicht wird je nach Höhe des Kissen gequetscht, was eine Faltenbildung begünstigt. Der Druck auf die vorderen Oberkörper erschwert das Atmen. Bauchschläferkissen wurden eigens dafür entwickelt, die Nachteile der Bauchlage auszugleichen.

Persönlichkeitsmerkmale

Der "Bauchlage" werden oft nachfolgende Persönlichkeitsmerkmale nachgesagt: "pünktlich", "ordnungsliebend" und "detailverliebt". So sollen Bauchschläfer auch "perfektionistisch" sein, gern "kontrollieren", aber nur sehr ungern überrascht werden. Das "Trotzköpfchen" soll übrigens auch auf dem Bauch schlafen. Mit den Armen locker nach oben angewinkelt und gespreitzen Fingern. Manche sagen deshalb, dass Bauchschläfer problembelastet sind und sich nur selten von anderen etwas sagen lassen.


Sich die beste Schlafposition einfach angewöhnen

Wir sind in der Lage, uns Angewohnheiten bewusst ab- und umgewöhnen zu können. Das gelingt mit ausreichender Ausdauer auch für unsere Einschlafposition. Eine Erkenntnis, die gegen eine feste Verbindung von Schlafposition und Charakter spricht. Tatsächlich funktioniert die Umgewöhnung verhältnismäßig leicht. Unsere Persönlichkeit bleibt dabei trotzdem näherungsweise konstant.

Wahrscheinlich können wir aus unserer Schlafposition weniger über unseren gesundheitlichen und psychologischen Zustand ablesen als bisher angenommen.  Unseren aktuellen Gesundheitszustand dürften wir in den meisten Fällen nicht beim Einschlafen, sondern deutlicher im Wachzustand wahrnehmen. Ein ehrliches Feedback von unseren Freunden zeigt unsere Charaktereigenschaften zudem deutlicher als die Schlafposition, in der wir zur Ruhe kommen.

Das immer währende Interesse an Schlafposition darf dennoch positiv bewertet werden. Spiegelt es doch  unser Interesse wieder, die Signale unseres Körpers bewusster wahrzunehmen. All zu oft nehmen wir uns selbst nicht ernst, konzentrieren uns dafür zu stark auf andere. Wenn wir uns mit uns selbst auseinanderzusetzen, uns selbst ernster zu nehmen, ist das ein großer Zugewinn für unsere Schlafqualität und letztlich für uns selbst.

Und das ist wunderbar!

Titelbild: pixabay.com Wokandapix ID: 1466898, 1466899, 1672943, 1672944, Prinz-Peter ID: 684685, 684683, 684682


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