Raumtemperatur & Luftfeuchte im Schlaf

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 Schlafzimmer

 Marc Becker

 08.11.2017

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Raumtemperatur & Luftfeuchte im Schlaf
5 Sterne (3 Votes)

Raumtemperatur & Luftfeuchte im Schlaf

Hand aufs Herz! Wer fühlt sich manchmal nicht von all diesen Gesundheitstipps genervt? Wer sehnt sich nicht danach, einfach alle Fünfe gerade sein zu lassen? Wir leben in einer Zeit der konstanten Ermahnungen zur "Selbstoptimierung". Dabei ist auch gesunder Schlaf immer wieder ein beliebtes Thema. Die Liste empfohlener Maßnahmen dafür ist lang. Und immer wieder gibt es da auch Empfehlungen  zur optimalen Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer. Aber lohnt sich der Aufwand tatsächlich, Temperatur und Feuchtigkeit permanent im Schlafzimmer zu regulieren?

Orientierung an natürlichen Körperfunktionen

Für einen erholsamen Schlaf hilft uns die Wiederherstellung natürlicher biologischer Rahmenbedingungen. Das klingt logisch. Aber wie bekommen wir ausreichend Sauerstoff, eine optimale Luftfeuchtigkeit und die richtige Raumtemperatur im Schlafzimmer? Und sind diese Faktoren für unseren Körper wirklich so wichtig?

Geringe Luftfeuchte trocknet Schleimhäute aus

Ist die Luftfeuchtigkeit zu gering, trocknen die Schleimhäute der Atemwege schneller aus. Wenn der Mediziner von einer Rhinitis Sicca spricht, dann bilden  sich im schlimmsten Fall die Schleimhäute zurück. Bei trockenen Schleimhäuten stellen sich folgende Symptome ein:

  • Krustenbildung in der Nase
  • Jucken oder brennendes Gefühl
  • Gefühl einer verstopften Nase

Hauptursache für trockene Schleimhäute ist im Winter die trockene Heizungsluft. Dennoch muss auf ein beheiztes Schlafzimmer nicht verzichtet werden: So hilft das Abdecken des Heizkörpers mit feuchten Tüchern oder das Aufstellen von Wassergefäßen in Heizungsnähe gegen zu trockene Luft. Auch professionelle Luftbefeuchter bewirken, dass die Schleimhäute nicht austrocknen.

Hohe Luftfeuchte begünstigt Schimmel im Schlafzimmer

Im Sommer hingegen liegen die Werte der Raumfeuchtigkeit an der oberen Grenze. Die warme und feuchte Außenluft kühlt in den Innenräumen ab. Dadurch steigt die relative Luftfeuchtigkeit. Infolgedessen bleibt es im heißen Sommer durch den wärmeleitenden Wasseranteil der Luft  im Schlafzimmer heiß. Dann schwitzen wir übermäßig. Sind Räume langfristig einer Luftfeuchtigkeit von mehr als 70 Prozent ausgesetzt, begünstigt das zusätzlich die Vermehrung von Schimmel im Schlafzimmer. Dringen gefährliche Pilzsporen in unsere Atemwege ein, kann es gesundheitlich gefährlich werden.

Zu hohe Luftfeuchte gelingt durch Absenkung der Raumtemperaturen. In den heißen Sommermonaten hilft ein völliges Abdunkeln des Schlafzimmers (auch tagsüber), stetiges Quer- oder häufiges Stoßlüften. Wer das Fenster durch Lärm oder Pollenbelastung nicht öffnen möchte, lässt stattdessen die Türen zu den umgebenden Räumen offen. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, hilft das Auslegen feuchtigkeitsanziehender Materialien wie Schälchen mit Salz. Luftentfeuchter können Feuchtigkeit aus der Luft ziehen, moderne Luftbefeuchter können beides.

Wie lässt sich die Luftfeuchte regulieren?

Zur Messung der Luftfeuchte wird ein Hygrometer benötigt (bei Amazon ab 20,00 € erhältlich), zur Regulierung der Luftfeuchte gibt es professionelle Luftbefeuchter (flüsterleise bei ProIdee für 129,00 €). Um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen oder zu reduzieren, genügen aber schon einfache Hausmittel.

Zu hohe Luftfeuchte lässt sich begegnen, indem die Raumtemperatur abgesenkt wird. In den heißen Sommermonaten hilft ein völliges Abdunkeln des Schlafzimmers (auch tagsüber), stetiges Quer- oder häufiges Stoßlüften. Wer das Fenster wegen Lärm oder Pollenbelastung nicht öffnen möchte, lässt stattdessen die Türen zu den umgebenden Räumen offen. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können Schälchen mit Salz aufgestellt werden, denn das Salz bindet die Feuchtigkeit. Moderne Luftbefeuchter können ebenfalls Feuchtigkeit aus der Luft ziehen.

Auf die ideale Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer sollte also jeder achten, denn sie ist wesentlich!

Heißblütig oder Kaltblüter?

Unsere Körpertemperatur schwankt im Laufe des Tages in engen Grenzen. Im Schlaf fährt der Körper den Energieverbrauch zurück. Dadurch sinkt unsere Körpertemperatur.

  • Schlafen wir bei zu kalter Raumtemperatur, bringt der Körper zusätzliche Energie zum Ausgleich auf. Nächtliches Frieren hat nichts mit Abhärtung zu tun.
  • Schlafen wir bei zu warmer Raumtemperatur, setzt der Körper zusätzliche Energie zum Abkühlen ein. Schwitzen gilt zwar als "Klimaanlage unseres Körpers", dennoch hat es einen negativen Einfluss auf den Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt.

Ist das überall so? Menschen in besonders warmen oder kalten Ländern schlafen nachweislich nicht schlechter als wir. Auch sie haben sich an die spezifische Temperatur ihrer jeweiligen Klimazone gewöhnt und schlafen lediglich wärmer oder kälter als wir. In unseren Breitengraden wird eine durchschnittliche Raumtemperatur im Schlafzimmer zwischen 15 und 18 Grad als angenehm empfunden. Ganz gleich, ob Heißblütig oder Kaltblüter: Wichtig ist am Ende, dass, keine unnötige Energie im Schlaf aufgebracht werden muss. Die Gradzahlen sind Richtwerte, die genaue Temperatur darf jeder für sich selbst herausfinden! 

Infografik Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer

Egal, zu welchem Schlaftyp Sie gehören: Es ist nicht wegzudiskutieren, dass an der idealen Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer was dran ist!

Kälte: Der Mythos von der Abhärtung

Nicht wenige Menschen schwören darauf, die Fenster im Schlafzimmer immer offen zu lassen, und einige stellen sogar die Heizung ganzjährig aus. Diese Schläfer wechseln dafür die Bettdecken- und Bettwäschetypen im Verlauf der Jahreszeiten: Im heißen Sommer wird die Bettdecke durch ein Bettlaken ersetzt. Im kalten Winter wird das Zwiebelmusterprinzip angewendet - warme Bettlaken, dicke Daunenbettdecke, warme Bettwäsche und eine zusätzliche Wolldecke.

Entgegen der landläufigen Meinung gibt es jedoch keine medizinischen Beweise dafür, dass kalt schlafen abhärtet oder die Abwehrkräfte stärkt. Es ist nicht mehr, aber auch nicht weniger als subjektives Wohlbefinden. Eindeutig nachgewiesen ist dagegen, dass Frieren unseren Schlaf stört. Wer also schnell friert, sollte immer die richtige Bettdecke zur Hand haben und auf die Zimmertemperatur achten.

Frischluft: Der Mythos vom Sauerstoff

Hartnäckig hält sich ein weiterer Irrtum: Zu wenig Sauerstoff im Schlafzimmer sei eine Ursache für schlechten Schlaf. Das ist ein Mythos. Der Eindruck von stickiger Luft entsteht vielmehr durch fehlende Luftzirkulation, Hitzestauungen und unangenehme Gerüche. Egal, wann das letzte Mal gelüftet wurde, die Menge an Sauerstoff bleibt nachweislich immer gleich. Regelmäßiges Lüften fördert also unser Frischegefühl. Und tatsächlich hilft ein gut durchlüftetes Zimmer zudem, ungesunde Stoffe wie Schimmelquellen und unangenehme Gerüche zu entfernen.

Pflanzen im Schlafzimmer: Der Mythos vom Kohlendioxid

In vielen Ratgebern wird immer wieder von Pflanzen im Schlafzimmer abgeraten, weil diese die Luftqualität verschlechtern sollen. Aus der Schule ist uns allen im Kopf geblieben, wie Pflanzen durch Photosynthese Sauerstoff produzieren. Bleibt das Licht aber aus, findet keine Photosynthese statt. Die Pflanzen verbrauchen in der dunklen Nacht stattdessen sogar Sauerstoff und stoßen Kohlendioxid aus. In diesem Sinne argumentieren die angesprochenen Ratgeber gegen Pflanzen im Schlafzimmer. Die Blumenfreunde entgegen, dass  Pflanzen im Schlafzimmer die Luftfeuchtigkeit verbessern und zudem auch die Luftqualität verbessern, beispielsweise durch Aufnahme von Gasen aus der Luft über die Blätter. 

Diese Diskussion entpuppt sich nach umfangreicher Recherche als irrelevant. Sowohl die Mengen an verbrauchtem Sauerstoff bzw. ausgestoßenem Kohlendioxid als auch der luftreinigende Effekt durch Pflanzen ist zu vernachlässigen. Pflanzen im Schlafzimmer haben bei vielen Menschen durch das mit der Natur verbundene Gefühl vielmehr einen Einfluss auf das Wohlempfinden.

Die ultimative Lösung...

...ist also für jeden Menschen individuell. Eine Glaubensfrage! Vergleichbar mit der Diskussion um geöffnete oder geschlossene Fenster beim Schlafen, ganz treffend im Lied „Immer einer“ formuliert:

„Immer einer öffnet das Fenster
und der andere fängt an, zu frieren.
Immer einer kann’s locker ertragen
und der andere nur auf allen Vieren.“

Also wer braucht die Informationsflut mit ihrem Strudel von Ermahnungen? Was bringen immer mehr Verhaltensregeln mit immer mehr Widersprüchen? Die meisten bleiben doch nur ratlos zurück - mit mehr Fragen als Antworten. Woran also, kann sich jeder am besten orientieren?

Die Lösung liegt darin, aufmerksam in seinen eigenen Körper reinzuhorchen. Denn Wohlbefinden ist subjektiv. Gesunder Schlaf entsteht: Wenn uns nicht zu kalt und nicht zu warm ist. Wenn wir ein Frischegefühl empfinden und die Feuchtigkeit optimal regulieren. Und vor allem: Wenn wir uns morgens gut erholt und energiegeladen fühlen. Unser Körper signalisiert am zuverlässigsten, was für uns gut ist. Haben wir ihn ersteinmal richtig verstanden, dann gibt er uns auch eine Antwort: ein munteres, aufrichtiges „Guten Morgen!“

Hier geht es zu den 10 besten Tipps, um Dein Schlafzimmer in eine Tiefschlafoase zu verwandeln. 

Titelbild: pixabay.com Gelly ID: 2845454


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