Zeitumstellung abschaffen – mit der EU?

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 Nachrichten, Zeitumstellung

 Abini Herzberg

 13.03.2018

 10 Kommentare

Zeitumstellung abschaffen – mit der EU?
5 Sterne (2 Votes)

Ist die EU-Politik noch zeitgemäß?

Gern wird so getan, als sei die Zeitumstellung ein Segen. Vielleicht nicht für die Menschen, aber doch wenigstens für die Umwelt. Zuweilen aber wirkt die Zeitumstellung so, als solle die Welt notfalls auch gegen ihren Willen glücklich gemacht werden.
Denn es ist doch so: Was die Politik beschließt – und die Sommerzeitumstellung ist eine rein politische Entscheidung – das wird auch bei nachteiligen Erfahrungen noch lange nicht zurückgenommen. Da fragt man sich: Ist die Politik eigentlich noch zeitgemäß? Kann sie überhaupt noch zurückrudern und die Zeitumstellung abschaffen?

Dabei war die Zeitumstellung nicht immer eine so kategorische Entscheidung. Das zeigt die Geschichte der Sommerzeit. Seit ihrer Einführung 1916 wurde sie immer mal wieder ausprobiert und abgeschafft und wieder ausprobiert und wieder abgeschafft. Aber heute ist EU – da sind wir nicht mehr ganz so flexibel.

Sommerzeitumstellung im europäischen Zeitalter

Zum Wohle der Menschen?

Wird die EU die Zeitumstellung abschaffen? Dies wird zunächst erst einmal "nur"  durch die EU-Kommission geprüft. Immerhin das haben die Bürger und Initiativen mit ihren zahlreichen Petitionen an EU-Parlamentarier erreicht (hier die Kontakte der 96 deutschen Abgeordneten). 
Ihr Engagement hat also Wirkung gezeigt. Das ist ein Teilerfolg – aber noch keine Entscheidung.
Jetzt wird erstmal begutachtet, im nächsten Schritt wird vielleicht verhandelt und dann erst entschieden. Es sind also noch einige Hürden zu nehmen.
Das Wohl der Menschen ist dabei die kleinste Hürde.

1981 gab es die ersten europäischen Regelungen zur Sommerzeitumstellung. 1994 wurden diese vereinheitlicht. Seit 2002 gilt die EU-Richtlinie für alle Mitgliedstaaten "dauerhaft" und "verbindlich“.  Da scheint es beinahe revolutionär, dass das EU-Parlament die Zeitumstellung am 8. Februar 2018 dennoch in Frage stellte.
Jedes Jahr gingen bei den Parlamentariern Hunderte Petitionen gegen die Zeitumstellung ein, sagt der tschechische Abgeordnete Pavel Svoboda von der konservativen Europäischen Volkspartei. Das zeige, „wie dringlich das Thema ist." Nach seiner flammenden Rede und dem Willen einiger Parlamentarier hätte die Zeitumstellung noch in jener Sitzung abgeschafft werden können – aber dazu kam es nicht.

Immerhin: Unter dem Druck dieser Parlamentsdebatte kam am Ende ein erstaunliches Votum zustande: 384 EU-Abgeordnete stimmten dafür, dass die Zeitumstellung nun auf den Prüfstand kommt. Nur 154 waren dagegen. Das Ende der Sommerzeit – wie viele anschließend berichteten – wurde damit aber noch lange nicht eingeläutet.

Viel Pro, noch mehr Contra

Im Prinzip spaltet die Sommerzeitumstellung seit ihrer Einführung die Gemüter. Einige sind gegen die Zeitumstellung im März, andere sind dafür. Alle haben ihre Argumente. Einerseits bleibt es länger hell und die Tage scheinen dadurch länger zu sein - andererseits ist der Energiespareffekt keinesfalls bewiesen, dafür aber, dass sich die Gesundheitsrisiken erhöhen (so steige die Zahl der Herzinfarkte und der Krankmeldungen). Einerseits gehen die Menschen nachts feiern und beklagen sich da nicht über zu wenig Schlaf, andererseits mutet die Zeitumstellung einigen Branchen, wie den Bauern sehr viel zu. Viele leiden überhaupt nicht, einige dafür umsomehr. Es gibt viel Pro und offenbar noch mehr Contra.  Die Zeitumstellung abschaffen oder beibehalten? Das ist nun keine Forderung mehr, sondern eine Hausaufgabe für die EU-Kommission.

Segen oder Fluch?

Zeitumstellung EU

Ob die Sommerzeit eher Freude oder eher Ärgernis ist, das entscheidet (wie gehabt) die Bürokratie. Da stellt sich die Frage: Weiß die Politik tatsächlich besser, was für die Menschen gut ist, als die Betroffenen selbst?

Wonach wird entschieden?

Zweifelsohne wird es bei der Entscheidung um andere Dinge gehen als um unser reines Wohlbefinden. Hier werden zunächst einmal Kosten und Nutzen gegenübergestellt. Das klingt vernünftig. Aber niemand weiß, mit welcher Vernunft, mit welchem Weitblick, mit welcher Umsicht am Ende entschieden wird. Denn obwohl gesundheitliche Beschwerden für den geschätzten Menschenverstand schon allein ein k.o.-Kriterium sein müssten, wissen wir aus Erfahrung: Das klappt ja nicht mal bei den Feinstaub-Grenzwerten.
Nein, vielmehr „wird die Frage unter Berücksichtigung aller verfügbaren Informationen untersucht“, so die schwammige Formulierung einer Sprecherin der EU-Kommission. Sobald es ein Ergebnis gebe, werde man die Öffentlichkeit darüber informieren.

Bleibt alles beim Alten? Oder Aufbruch in neue Zeiten?

Ist sie da wieder, die sogenannte „Diktatur der Frühaufsteher“?
Wird also nur so getan, als nähme man sich des Themas an, um die Menschen zu beruhigen?
Oder entscheiden am Ende wirklich Studien- und Forschungsergebnisse?
Wir dürfen wohl annehmen: weder noch!

Denn die Sommerzeitumstellung ist vor allem eine Verhandlungssache: Seit 2007 besteht nämlich ausgerechnet jene Europäische Kommission (die nun die Zeitumstellung prüfen soll),  darauf, dass „der harmonisierte Zeitplan eingehalten werden muss“. Hauptziel ist es, das "reibungslose Funktionieren des Binnenmarktes zu gewährleisten". Und jene Kommission ist es auch, die die festgelegten Sommerzeitregelungen "als geeignet" erachtet und trotz parlamentarischer Anfragen bisher „keine Revision“ planen wollte.

Zeitumstellung abschaffen, aber wie?

Dafür müssten sich nun alle 28 Mitgliedsstaaten der EU auf ein gemeinsames Votum einigen. Einzelne Staaten dürfen das nicht für sich allein entscheiden. Und so etwas muss eben verhandelt werden.

  • Zunächst müsste die Kommission eine neue Richtlinie herausgeben.
  • Dann müsste jeder einzelne Fachminister (in Deutschland wäre das der Wirtschaftsminister) zustimmen.
  • Dem vorausgesetzt wäre: Alle sind sich einig, in welche Richtung die Zeit dann endgültig manipuliert werden soll.

Wie wird an der Uhr gedreht?

Dafür gibt es drei Möglichkeiten:

  Erstens

Könnte sein, dass die zweimal jährlich stattfindende Zeitumstellung bleibt.

  Zweitens

Könnte auch sein, dass die Sommerzeit abgeschafft wird.

  Drittens

Vielleicht wird sogar die sogenannte Winterzeit (die eigentlich die europäische Normalzeit ist) ein für alle Mal abgeschafft. Dann gäbe es sozusagen Sommerzeit täglich – und nie wieder eine Zeitumstellung. 

Gut Ding will Weil haben? Wir werden sehen wieviel Weil vergeht und wie gut das Ding am Ende wird. Hier schon einmal vorsichtshalber die Liste mit den Zeitumstellungen bis 2025.
Jedenfalls kann keiner die Zeit zurückdrehen (nicht mal die EU) - aber wir können Uhren umstellen.
Wäre es nicht faszinierend, wenn das ganze am Ende auch Sinn macht?

Titelbild: pixabay.com Mediamodifier ID: 2108026
Beitragsbild: pixabay.com MichaleaGada ID: 842410


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Alle Kommentare

  • Anonymous

    11.07.2018, 6:28 Uhr

    Keine Zeitumstellung!!!

  • Anonymous

    11.07.2018, 7:17 Uhr

    Ich hätte gerne immer die Sommerzeit

  • Anonymous

    18.07.2018, 12:13 Uhr

    Für die normale, alte Zeit: die Winterzeit. Wer den lauen Sommerabend liebt, kann dies auch in der Dämmerung; die Kinder finden leichter ihren Schlaf, wenn es nicht zu spät dunkel wird. Und im Winter, wenn man sich im Kalten aus dem Bett quält, scheint – wenn sie es tut – nicht zu spät die Sonne. Also: Zurück auf Normalzeit!

  • Anonymous

    21.07.2018, 23:53 Uhr

    Immer Sommerzeit

  • Anonymous

    02.08.2018, 19:49 Uhr

    Keine Zeitumstellung !!!

  • Anonymous

    04.08.2018, 10:33 Uhr

    ich möchte keine Zeitumstellung

  • Anonymous

    07.08.2018, 0:11 Uhr

    Ich bin für die Abschaffung der Sommerzeit. Die eine Stunde, die uns genommen wird, stellt für mich nur eine subjektive Wahrnehmung der Tagesverlängerung dar. Es ist um 21 Uhr heller, aber nur deswegen, weil es eigentlich erst 20 Uhr wäre. Der Sonnenaufgang verschiebt sich deswegen nicht, da die Sonne ihrem gewohnten Lauf folgt. Als Ernergiesparmaßnahme ist diese Lösung weit gefehlt, dafür brennen die Lichter trotzdem, wenn im Schichtdienst gearbeitet wird. In schlechten Sommermonaten, an denen der Himmel tagelang wolkenbedeckt ist, wird sicherlich trotzdem das Licht früher eingeschaltet. Ich plädiere für die Abschaffung der Sommerzeit und somit Wiederherstellung der regulären, also Winterzeit. Es tut dem Biorhythmus gut und keiner muss sich mehr den längeren hellen Tag in die Tasche lügen oder an die damalige Möglichkeit der Energiesparmaßnahme grübeln..

    • Marc Becker

      07.08.2018, 10:00 Uhr

      Vielen Dank, dass Du Deine Meinung mit uns teilst! Deine Argumente sind absolut nachvollziehbar und logisch. Ein ganzjähriges Erhalten der „Winterzeit“ (eigentlich der Normalzeit) erscheint uns deshalb auch sinnvoll.

  • Anonymous

    08.08.2018, 21:44 Uhr

    Ich bin auch für die Abschaffung der Sommerzeit. Der Mensch sollte nicht überall die Natur manipulieren wollen.

  • Anonymous

    13.08.2018, 15:58 Uhr

    Keine Zeitumstellung!!!!!