Elektronische Geräte im Schlafzimmer

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 Schlafzimmer

 Marc Becker

 16.11.2017

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Elektronische Geräte im Schlafzimmer
4.7 Sterne (7 Votes)

Elektronische Geräte im Schlafzimmer

Welche Auswirkung haben elektronische Geräte im Schlafzimmer auf unsere Fähigkeit zu entspannen? Vom Elektrosmog über Schlaf-Wach-Rhythmus bis zur Reizüberflutung. Computersysteme erlauben uns, Waren per Knopfdruck direkt vor unsere Haustür zu ordern. Es geht immer noch einfacher. Dank unserer WLAN-Netze müssen wir heute nicht einmal mehr aufstehen, um das Licht anzuschalten, die Heizungstemperatur zu regeln, das Garagentor zu schließen oder die Kaffeemaschine via Zeitschaltung zu steuern.
Ist die Digitalisierung ein Segen? Im positiven Sinne ermöglicht Sie uns, dass wir uns mit immer weniger Aufwand um mehr Dinge kümmern können. Im negativen Sinne setzen wir uns immer mehr Reizen aus und kommen dadurch abends schwerer zur Ruhe.

Was ist Elektrosmog

Im Physikunterricht haben wir gelernt, dass elektrische Ströme Magnetfelder erzeugen. Das Prinzip beruht auf elektrostatischen Kräften entgegengesetzt geladener Teilchen. Unter Elektrosmog werden magnetische, elektrische oder elektromagnetische Felder zusammengefasst. Diese entstehen überall dort, wo sich elektrische Geräte befinden, übrigens auch im Standby Modus.

In unserer modernen Welt sind wir umgeben von Steckdosen, Halogenleuchten, Computern, Fernsehern und Mobilfunkgeräten. Besondere Beachtung widmen Forscher der zunehmenden Strahlung unserer immer stärker ausgebauten Mobilfunk-, WLAN und DVBT-Netze oder Flugradare. Diese funken im hochfrequenten Bereich. Und wenn diese hohen Frequenzen über starke Pulse gesendet werden, ähnelt deren Wirkung der von Mikrowellen.

Wie schädlich ist Elektrosmog?

Ob elektromagnetische Felder gesundheitliche Auswirkungen haben, ist umstritten und nicht auserforscht. Menschen reagieren unterschiedlich auf elektromagnetische Strahlung. Besonders für Magnetfelder Sensible klagen über unruhigen Schlaf und Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen und Herz-Kreislaufprobleme. Erwiesen wurde laut Bundesamt für Strahlenschutz lediglich eine gesundheitliche Beeinträchtigung der thermischen Wirkung von elektronmagnetischer Strahlung. Wird unser Körper dabei nur örtlich begrenzt erwärmt, kann Blut diesen Wärmeüberschuss problemlos abführen. Wird  jedoch ganze Körper erwärmt, führt dies zu stärkerer Durchblutung und vermehrtem Schwitzen. Tierexperimente gaben Aufschluss darüber, dass eine langanhaltende Erwärmung um deutlich mehr als 1° C die Stoffwechselvorgänge und Fortpflanzungsfähigkeit stört.

Lässt sich Elektrosmog verhindern?

A

 Auf Elektronik im Schlafzimmer verzichten

Die Strahlung unserer Elektrogeräte lässt sich kaum abschirmen. Denn die magnetischen Felder durchdringen die meisten Materialien. Die Stärke der Strahlung lässt dafür auf Distanz schnell nach. Wer auf Elektronik in Schlafzimmer nicht verzichten kann, kann die Belastung allein dadurch reduzieren, die Geräte möglichst weit weg vom Bett aufzustellen.

B

Elektrosmog messen: Strahlenbelastung von Geräten

In gewisser Weise erwärmen wir beim Telefonieren mit unserem Smartphone ständig unseren Kopf. Wir würden aber nicht in Deutschland leben, wenn es dafür nicht schon gesetzlich festgelegte Grenzwerte gäbe. Die sogenannte spezifische Absorptionsrate eines Handys (SAR-Wert) darf bei in Deutschland verkauften Handys nicht mehr als 2 Watt pro Kilogramm betragen. In anderen Ländern können andere Grenzwerte gelten. Das Elektrosmog Messen ist ohne spezielle Ausrüstung nicht möglich. Auf der Webseite des Bundesamts für Strahlenschutz können dafür gemessene Werte nach Gerätetyp eingesehen werden.

C

Elektrosmog messen: Belastung am Wohnort

Forscher der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wolfenbüttel konnten mit speziellen Messwagen Elektrosmog messen. Die Werte aus hochfrequenter Strahlenbelastung wurde flächendeckend zusammengetragen. Daraus ist eine erste interaktive Feldkarte für ganz Deutschland entstanden. Fällt die Belastung am eigenen Wohnort hoch aus, helfen alle Maßnahmen wenig. Allerdings ist auch nicht bewiesen, dass eine hohe Belastung tatsächlich gesundheitsschädigend ist.

Keine Panik vor Elektrosmog

Insbesondere Empfehlungen zur Vermeidung von Elektrosmog im Internet gehen oftmals noch deutlich weiter. Manche gehen sogar so weit, dass ein nächtliches Abstellen des Stromkreises über den Sicherungskasten empfohlen wird. Eine Gesundheitsschädigung ist aber gar nicht hinreichend belegt. Deshalb sollten wir uns hier auch zu keiner Übervorsicht hinreißen lassen. Wer unruhig schläft, kann den Verzicht auf Elektronik im Schlafzimmer ausprobieren. Ansonsten dürfte dauerhafte Panik ebenfalls ungesund sein.

Wach-Schlafphasen

Erwiesen ist, dass die blaue Lichtfarbe von Fernsehgeräten, Computern, Tablets und Smartphones uns abends daran hindert, müde zu werden. Licht überhaupt sorgt in unserem Körper für ein Absenken des Melatonin Hormonspiegels. Das blaue Licht der Geräte erinnert zudem stark an Tageslicht. Wir bleiben dadurch länger wach und verpassen unseren natürlichen Zeitpunkt einzuschlafen.

Reizüberflutung

Viele Schlafforscher vermuten eine Ursache der steigenden Zahlen von Schlafstörungen in der Überflutung von Reizen. Immerhin ist eine wesentliche Funktion des Schlafes die Regeneration unserer täglich befeuerten Hirnfunktionen. Wir schlafen friedlicher ein, wenn wir uns noch vor dem Schlaf Ruhe gönnen. Wenn wir aber auch im Bett mit Smartphone oder Tablet surfen, ist die Verlockung zu groß, noch schnell auf soziale Netzwerken zu reagieren oder gar unsere Emails zu checken. Damit sind wir gedanklich wieder im Tagesablauf angekommen und nehmen uns die Möglichkeit, zu Ruhe zu kommen.  

In Bezug auf Elektronik im Schlafzimmer gehen die Meinungen der Experten noch immer auseinander. Neuerdings werden Fernseher, Radio oder MP3-Player für manche Menschen als dienliche Einschlafhilfen anerkannt. Tatsächlich kann ein gutes Hörspiel oder eine beruhigende Landschaftsreportage durch ihre sonore Stimmung einen sehr behaglichen Effekt auslösen, auch wenn man dabei immer die Enden verpasst.

Dass elektronische Geräte den Schlaf stören können, ist seit langem bekannt. Es kann deshalb nicht schaden, bewusst auf diese im Schlafzimmer weitgehend zu verzichten. Auch wenn nicht erwiesen ist, dass Elektrosmog schädlich ist - eine Reizüberflutung verhindert ohne Zweifel einen guten Schlaf.

Hier geht es zurück zu unseren Top 10 Tipps für ein Schlafzimmer mit gesundem Schlaf. 

Lies hier die Zusammenfassung über eine Studie: Mit dem Smartphone ins Bett

Titelbild: pixabay.com KristopherK ID: 2013929


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