Du gehst mir auf den Wecker

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 Schlaf gut

 Marc Becker

 23.03.2018

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Du gehst mir auf den Wecker
5 Sterne (3 Votes)

Du gehst mir auf den Wecker

Immer neue Wecker überraschen mit neuartigen und ausgeklügelten Weckmechanismen: Lichtwecker, Schlafphasenwecker, Vibrationswecker, Armbandwecker und viele weitere! Wie funktionieren diese neuen Geräte und können die neuen Weckmechanismen tatsächlich unser Aufwachen angenehmer machen? 

Schlafforscher über Wecker uneinig

Wissenschaftler äußern sich über den Sinn und Unsinn, über Bedeutung und Bedeutungslosigkeit der Weckmethoden für unsere Gesundheit widersprüchlich. Studien zeigen, dass ein entspanntes Einschlafen und Aufwachen, also auch eine sanfte Weckmethode, sehr positive Auswirkungen auf unser Wohlbefinden hat. Einige Schlafwissenschaftler meinen hingegen, das Weckgerät ist für die Gesundheit gänzlich irrelevant. Entscheidend ist lediglich, dass wir nicht in der für uns wichtigen Tiefschlafphase aufgeweckt werden. Manche Schlafforscher gehen dafür sogar so weit, dass sie eine Verbannung des Weckers aus dem Schlafzimmer fordern. Warum passen all diese Aussagen nicht so richtig zusammen?

Was fest steht, steht nicht fest

Die Regeln für ein gesundes Aufwachen sind stark abhängig vom jeweiligen Schlaftyp. Der richtige Ansatz wird beim anderen schnell zum falschen. Was uns alle eint: Wer sich morgens beim Aufstehen quält, hat vorher zu wenig oder schlecht geschlafen. Holt uns der Wecker schon aus der Tiefschlafphase, leben wir nachweislich ungesund! Die Tiefschlafphase findet in der ersten Hälfte unseres Schlafes statt und ist für unsere Regeneration entscheidend. Deutlich werden Unterschiede, wenn man Bedürfnisse unterschiedlicher Schlaftypen miteinander vergleicht.

  • Menschen mit starker Innerer Uhr brauchen meistens gar keinen externen Impuls zum Aufwachen. Die Innere Uhr ist angeboren. Selbst nach nur 3 Stunden Schlaf wachen sie automatisch zur gewohnten Uhrzeit auf. Für diesen Schlaftyp ist der Wecker überflüssig. Der Stellhebel ist, zur richtigen Zeit, also zur richtigen Stunde zur Ruhe und ins Schlafen zu kommen. 
  • Menschen ohne ausgeprägter Innerer Uhr wären ohne Wecker mit Sicherheit viel ausgeschlafener. Aber auch oft zu spät. Würde unsere heutige 24-Stunden-Gesellschaft ausschließlich aus Menschen ohne Innere Uhr, würde unsere Welt ohne Wecker im Chaos versinken. 

Jeder ist am Ende für seinen individuellen Schlaf- Wachrhythmus selbst verantwortlich. Egal ob Eule oder Lerche, Lang- oder Kurzschläfer, Schicht- oder Heimarbeiter. Genau das macht es so schwer, allgemeingültige Aussagen zu finden.Philips Wake-up light: Schöner Licht Wecker!

Mehrere Sinne beim Einschlafen und Aufwachen

Ein versöhnlicher Abschluss des Tages und ein positiver Start in den neuen Tag: Das streben wir alle an! Hierbei wollen uns die neuen Weckgeräte unterstützen. Unsere Sinne sollen neben Geräusch nun auch mit Licht und Berührung angesprochen werden.

Licht Wecker

Licht ist unser natürliches Wecksignal. Auf Helligkeit und Lichtfarbe reagiert unser Körper mit Regulierung des Schlafhormons Melatonin. Je heller und blauer das Licht, desto geringer der Melatoninspiegel, desto wacher sind wir. Je dunkler und rötlicher das Licht, desto höher der Melatoninspiegel, desto müder sind wir.  Licht ist also unser natürlicher "An- Ausknopf". 
Nachvollziehbar, dass Lichtphasenwecker ursprünglich speziell für Schichtarbeiter erfunden wurden. Wer regelmäßig nachts aufsteht, weiß wie schwer es ist, ohne Licht überhaupt wach zu werden. Geräte wie das Philips Wake-up Light simulieren zum Aufwachen einen Sonnenaufgang. Das Wake-up light schaltet sich ungefähr eine halbe Stunde vor der gewünschten Aufwachzeit an. Es steigert ganz langsam die Lichtintensität und Lichtfarbe von Warm- nach Weißlicht. Dadurch wachen wir natürlich und entspannt auf. Menschen mit ausgeprägter Innerer Uhr können die Funktion am Abend auch umgekehrt als Sonnenuntergang nutzen. Das Licht fährt dann langsam runter und ändert dabei die Lichtfarbe entsprechend. Uns wird vor dem Einschlafen wohlig und wir kommen langsam zur Ruhe. Das Philips Modell kann zusätzlich auch oder in Kombination auch mit Naturgeräusch (Vogelgezwitscher) oder als Radiowecker genutzt werden. 

Berührung Wecker

Wir sind darauf konditioniert, auch bei Berührungen aufzuwachen. Schon als Kinder wurden wir sanft von unseren Eltern wachgeküsst.  Der Ringwecker nutzt als Wecksignal die Vibration. Er ist aus leichtem und anpassungsfähigem Kunststoff und wird über die Fingerkuppe gesteckt. Auch Sport- und Fitnessbänder oder Smartwatches bieten Vibrationsalarme. Sowohl das abendliche Anstecken als auch das Tragen über Nacht und  auch die Vibration als Wecksignal selbst ist nicht jedermanns Sache. 

Geräusch Wecker

Die meisten digitalen Wecker bieten im Vergleich zu ihren nervtötenden mechanischen Vorgängern zurückhaltende Sounds.
Langsam lauter wendende Wecksignale lösen weniger Stress als lauter Krach aus. Die Auswahl eigener Lieblingslieder sorgt für einen schönen ersten Eindruck des Tages.

Gefahren birgt Smartphone als Wecker

Einer Studie der Krankenkasse pronova BKK zufolge nehmen 4 von 10 Befragten ihr Smartphone mit ins Bett. Grundsätzlich ist nichts gegen die integrierte Weckfunktion einzuwenden. Gefährlich hingegen ist der Zugang auf sämtliche Funktionen unseres Alltags. Insbesondere das Checken von Inhalten auf soziale Medien und Emails verhindert, dass wir zur Ruhe kommen. Das blaue Licht des Geräts sorgt sogar zusätzlich dafür, dass wir nicht müde werden. Der Studie der Krankenkasse zufolge zeigt ein alarmierender Anteil der Befragten in Bezug auf das Smartphone Suchterscheinungen. Deshalb sollte es am besten aus unseren Schlafzimmern verbannt werden.

Keine brauchbaren Daten vom Schlafanalyse Wecker 

Viele Wecker , Fitness- und Sportbänder, Smart Watches und Wecker Apps werben mit der Möglichkeit, neben dem Aufwecken auch Daten zum Schlafverhalten zu Tracken. Immerhin nutzen professionelle Schlaflabore ein Elektro-Enzephalogramm (EEG ) zur Messung von Hirnstrom Wellen . Die Geräte für den Hausgebrauch messen hingegen nur Bewegung, Herz- oder Pulsschlag. Manche zeichnen auch nur Geräusche auf. Im Prinzip schließen alle Geräte aus der Aktivitätsstufe der Messdaten auf jeweilige Schlafphasen. Die Aussagefähigkeit dieser Schlafanalyse ist nicht erwiesen. Sehr wahrscheinlich sagen diese Messungen nichts über die Qualität des Schlafes aus. Dafür erhalten die Hersteller im Gegenzug Nutzerdaten für fragwürdigen Auswertungen ihrer User.

Ärgern durch Fliehende Wecker

Clocky und andere Modelle fangen nach Start des Weckvorgangs an, lautstark im Zimmer herumzufahren. Um den Wecker abzustellen, müssen wir also aufstehen. Das funktioniert garantiert, führt aber auch zu keinem harmonischen Aufwachprozess.

Ein Wecker allein kann unsere Schlafqualität nicht verbessern. Ob wir unseren Tag zufrieden einleiten und ausklingen lassen, ist Teil unserer inneren Einstellung. Der Wecker entscheidet aber, ob wir schön oder unschön aufgeweckt werden! Und wenn wir ein langsames und sanftes Aufwachen gut finden: Planen wir doch gleich noch ein bisschen mehr Qualitätszeit für uns ein! Viel zu oft kreisen unsere Gedanken nach dem Aufwachen direkt schon wieder um den anstehenden Tagesablauf. Warum starten wir stattdessen nicht gleich mit einem einausgiebigen Frühstück oder einfach ein paar Minuten bewusster Freizeit? Ob nun Licht, Geräusch oder Berührung: Die beste Weckmethode ist Geschmacksache.

Da wir in den meisten Fällen darüber aber nicht nachdenken, ist vielleicht jede neue Weckmethode besser als die heutige. Die Zeit zwischen Aufwachen und Starten gehört uns. Verschenken wir Sie nicht allzu leichtfertig! Machen wir es uns dafür lieber schön!

Titelbild: pixabay.com FloTV ID: 2898497
Beitragsbild: pixabay.com KristopherK ID: 2013929

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