Die populärsten Schlafmythen

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 Schlafhilfen, SERIE: Einschlafen

 Redaktion

 26.04.2018

 2 Kommentare

Die populärsten Schlafmythen
5 Sterne (2 Votes)

Mythen über den Schlaf

Ein Mythos lebt von Behauptungen. Meist hat er etwas Faszinierendes – und sei es nur ein Detail. Aber es lohnt sich immer wieder, einen Mythos zu hinterfragen. Und notfalls auch zu entzaubern. Wie bei den Schlafmythen.
Im Prinzip ist der Schlaf selbst noch ein Mythos: Eine irrationale Vorstellung, die versucht, etwas zu erklären – von der man aber nicht weiß, ob sie stimmt. Einige Rätsel zum Schlaf wurden schon gelöst. Doch so vieles muss über den Schlaf noch erforscht werden, bspw.: Weshalb schlafen wir so und nicht anders? Sind schwere Schlafstörungen jemals heilbar? Und: Warum schlafen wir überhaupt? Viele Antworten sind bis heute noch offen.

Schlafmythen

Geht uns ein Licht auf? Oder erschöpfen uns die vielen Weisheiten? Es gibt viele Mythen über den Schlaf. Foto: pixabay.com Pixel2013

Der Schlaf beschäftigt die Menschen schon seit langem. Heute, bekommt er endlich auch die Aufmerksamkeit, die ihm gebührt. Indes haben die Menschen begriffen, dass er denselben Stellenwert hat wie Fitness oder Ernährung. Und doch! Wie denn nun mit dem Schlaf umzugehen sei – da wird viel herumgedeutelt, viel hineininterpretiert und noch mehr behauptet. So entstehen Mythen über den Schlaf. Und oft werden sie wie Fakten behandelt.

Populäre Irrtümer

Deshalb fassen wir hier mal jene Schlafmythen zusammen, die sich am hartnäckigsten halten:

#1 der Schlafmythen

Warme Milch und Honig helfen beim Einschlafen

Kein Mythos hat sich so etabliert wie dieser. Dabei ist die Ernährung ein Kapitel für sich. Das Tryptophan (eine Aminosäure) und die geringen Mengen Melatonin (ein Schlafhormon) in der Milch sollen angeblich helfen, müde zu werden. Manche sagen auch matt. Andere meinen wieder, Milch mache munter. Tatsächlich steigt durch den Milchzucker auch der Blutzuckerspiegel. Dafür sinkt der Blutdruck. Schließlich soll Milch auch für Muskelzuwachs sorgen. Scheinbar stärkt Milch auch den Knochenaufbau – bzw. schwächt ihn. Spätestens hier wird klar, Milch ist ihr eigener Mythos. Und, wenn es nicht schon die vielen Widersprüche tun – dann sind es die Mächte der Einbildung, die einen müde machen.

#2 der Schlafmythen

Im Alter braucht man weniger Schlaf

Dieser Mythos hält sich wirklich hartnäckig, obwohl er nicht stimmt. Ältere Menschen stehen zwar oft früher auf, aber sie gehen auch früher ins Bett. Ihr Nachtschlaf ist oft nur bis zu 6 Stunden lang, aber sie füllen ihr „Schlafdefizit“ dann tagsüber wieder auf, durch Mittagsschlaf. Im Grunde schlafen sie wie viele andere auch, nur eben mehr über den Tag verteilt. Mit zunehmendem Alter nimmt bei ihnen jedoch der Tiefschlafanteil ab. Doch das ist eine andere Geschichte ...

#3 der Schlafmythen

Der Schlaf vor Mitternacht ist der beste

So entsteht nur Druck, unbedingt früh schlafen zu gehen. Doch die Schlafqualität ist vielmehr vom Wert des Tiefschlafes abhängig (der macht die erste Hälfte einer Nacht aus), von der Mindestschlafdauer und vom Chronotypen abhängig. Und das ist wiederum völlig unabhängig davon, wann man ins Bett geht.

#4 der Schlafmythen

Tagsüber werden wir immer müder

Ganz so klar ist das nicht. Zudem wird Müdigkeit oft mit Erschöpfung verwechselt werden. Die Müdigkeit jedenfalls wankt in einem Rhythmus von vier Stunden. Das mittägliche Tief kennen alle. Die Intervalle, mit denen es ein paar Mal am Tag auf und ab geht, bleiben nicht unbemerkt. Wir haben aber genauso gut gegen Nachmittag und am Abend nocheinmal beachtliche Hochphasen.

Schlafmythen

Je länger der Tag desto müder werden wir? Oft wird Müdigkeit mit Erschöpfung verwechselt. Foto: pixabay.com Geralt

#5 der Schlafmythen

Schäfchenzählen hilft beim Einschlafen

Dieser Mythos ist ein Klassiker. Möglicherweise lenkt es den einen oder anderen vom Gedankenkarussell ab, möglicherweise macht die Monotonie schläfrig. Aber nicht ein einziges Schäfchen hilft wirklich. Genauso gut könnte man Lichter fangen oder Einhörner sammeln.

#6 der Schlafmythen

Jeder braucht 8 Stunden Schlaf

Schlafmythen

Beim 8-Stunden-Schlaf ist nicht unbedingt der zusammenhängende Schlaf gemeint, sondern der über den Tag verteilte mit insgesamt 8 Stunden. Das ist eine verallgemeinerte Faustformel. Doch wir sind alle Individuen. Es gibt einige wenige Menschen, die kommen sogar mit weniger als 5 Stunden Schlaf aus. Andere benötigen 10, um sich erholt zu fühlen. Tatsächlich sind die ersten 4,5 Stunden des Schlafes wirklich wichtig. Alles andere ist genetisch bedingt. Eine Frage des Schlaftyps.

#7 der Schlafmythen

Schlaf lässt sich nicht nachholen

Vorschlafen klappt nie! Wenn der Körper ausgeschlafen ist, lässt sich nicht mehr mit ihm verhandeln. Schlaf nachholen, das klappt dagegen gut. Hat man in einer Woche bspw. insgesamt 10 Stunden zu wenig geschlafen, lassen sich diese am Wochenende zwar nicht mehr als 10-Stunden-Plus nachholen, aber es ist sinnvoll dann ein paar Stunden länger zu schlafen. Bis man sich eben erholt fühlt. Denn es geht immer mehr um Qualität als Quantität. Versäumter Schlaf führt auch nicht gleich zu Schlafproblemen, geschweige denn zu Schlafstörungen – und übrigens am nächsten Tag auch nicht unbedingt zu einem erschöpften Gefühl. Oft fühlen wir uns da einfach nur matter als wir es in Wirklichkeit sind. Weil uns irgendein Mythos im Gehirn suggeriert hat, dass …

#8 der Schlafmythen

Vollmond beeinflusst den Schlaf, oder?

Schlafmythen

Vollmond beeinflusst den Schlaf - offenbar nun doch. Einfach mal selbst darauf achten. Foto: pixabay.com Myriams-Fotos

Dass Vollmond den Schlaf beeinflusst, wie schon unsere Urahnen annahmen, galt lange auch als Mythos. Untersuchungen aus den letzten Jahren zeigen aber, dass der Vollmond tatsächlich Einfluss auf das Schlafverhalten haben kann. Die Testpersonen schliefen bei Vollmond 5 Minuten später ein und wachten immerhin 20 Minuten früher auf. Doch spaltet der Mond noch immer die Gemüter. Am Ende ist es ganz einfach: Zuerst war der Mythos, dass Vollmond den Schlaf beeinflusst. Dann wurde er widerlegt – nämlich vom Mythos, dass Vollmond den Schlaf keineswegs beeinflusst. Und schließlich wird er heute durch den Fakt bestätigt, dass das Schlafhormon Melatonin nachweisbar bei Vollmond sinkt. Klingt so, als beeinflusst der Vollmond also doch den Schlaf.

#9 der Schlafmythen

Das Schlafzimmer sollte kalt sein

Das ist reine Gefühlssache. Es gibt keinen wissenschaftliche Beleg für die Behauptung, dass kalt schlafen abhärtet oder die Abwehrkräfte stärkt. Im Gegenteil: Der Schlaf wird durch Frieren sogar erheblich gestört. Bei zu kalter Raumtemperatur, muss der Körper zusätzliche Energie zum Ausgleich aufbringen. Ein zu warmes Schlafzimmer ist aber auch nicht gut, dann setzt der Körper zusätzliche Energie zum Abkühlen ein. Als optimale Raumtemperatur werden 15 bis 18 Grad empfohlen.

#10 der Schlafmythen

Zu wenig Sauerstoff im Zimmer

Zu wenig Sauerstoff soll eine Ursache für schlechten Schlaf sein. Jedoch entsteht der Eindruck von stickiger Luft vielmehr durch die fehlende Luftzirkulation, Hitzestauungen und unangenehme Gerüche. Egal, wann das letzte Mal gelüftet wurde, die Menge an Sauerstoff bleibt nachweislich immer gleich. Regelmäßiges Lüften fördert also unser Frischegefühl. Und tatsächlich hilft ein gut durchlüftetes Zimmer zudem, ungesunde Stoffe wie Schimmelquellen und unangenehme Gerüche zu entfernen.

Schlafmythen

Geöffnete Fenster lassen nicht unbedingt mehr Sauerstoff rein - aber die stickige Luft raus. Foto: pixabay.com Schueler-Design

#11 der Schlafmythen

Bessere Luft durch Pflanzen im Schlafzimmer

In Ratgebern wird immer wieder von Pflanzen im Schlafzimmer abgeraten, weil diese die Luftqualität verschlechtern sollen. Und was ist mit der Photosynthese, durch die Pflanzen Sauerstoff produzieren? Ist das Licht aus, findet keine Synthese statt. Die Pflanzen verbrauchen stattdessen nachts sogar Sauerstoff und stoßen Kohlendioxid aus. Die Blumenfreunde entgegnen, dass Pflanzen die Luftfeuchtigkeit und die Luftqualität verbessern, weil Gase aus der Luft über die Blätter aufgenommen werden. Wahr ist: Sowohl die Mengen an verbrauchtem Sauerstoff bzw. ausgestoßenem Kohlendioxid als auch der luftreinigende Effekt durch Pflanzen ist zu vernachlässigen. Immerhin: Pflanzen sorgen für ein Wohlgefühl.

#12 der Schlafmythen

Vor dem Schlafen nocheinmal schön auspowern

Das klappt nicht. Wieder einmal wird da gern Erschöpfung mit Müdigkeit verwechselt. Doch beim Sport oder anstrengenden Tätigkeiten werden viele Stresshormone ausgeschüttet. Das ist 2 bis 3 Stunden vorm Schlafen nicht die beste aller Ideen.

#13 der Schlafmythen

Fernsehen stört beim Einschlafen

Das stimmt pauschal nicht. Schlafforscher sagen heute, wer besser mit TV einschlafen kann, sollte es sich nicht verbieten. Dies sollte er aber beachten: Am besten auf kleinen Fernsehern schauen – wegen des flackernden Lichtes. Und im Energiesparmodus – damit sich das Bild automatisch abdimmt. Ein Timer ist hilfreich – damit sich das Gerät später selbst ausschaltet. Besser Naturdokumentationen als Krimis auf sich wirken lassen. Von einem Sender mit Filmunterbrechungen ist unbedingt abzuraten, denn dort wird in den Werbepausen die Lautstärke absichtlich stark angehoben – eben um die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu erhöhen. Das wäre dann genau das Gegenteil von dem, was der Schlafwillige möchte. 

Schlafmythen

Nicht zu grell, nicht zu laut, nicht zu groß: Dann kann der Fernseher beim Einschlafen helfen. Foto: Philips

#14 der Schlafmythen

Die Schlafposition verrät unseren Charakter

Das stimmt pauschal nicht. Wir alle sind sowohl Bauchschläfer, Rückenschläfer als auch Seitenschläfer. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass wir unsere Schlafposition in der Nacht durchschnittlich 26 Mal wechseln. Würden wir das nicht tun, wäre ein Bandscheibenvorfall vorprogrammiert. Bewusst ist uns nur die Lieblingsposition, in der wir einschlafen. Unbewusst ist uns hingegen, wie häufig und wie lange wir im Schlaf welche Position einnehmen. Wir sind darüber hinaus in der Lage, uns bei gesundheitlichen Problemen eine andere Einschlafposition anzugewöhnen. Ob es deshalb die beste Schlafposition überhaupt gibt, wurde noch nicht endgültig untersucht.

Lassen wir uns nicht von Tatsachen verwirren

Einigen wir uns zunächst darauf: Schlaf macht schön – weil ausgeschlafene Menschen einfach eine bessere Ausstrahlung haben und dadurch attraktiver wirken. Ist sogar mit Studien belegt.
Einigen wir uns auch darauf: Mythen sind Behauptungen, aber deswegen noch keine Unwahrheiten.
Und schließlich berücksichtigen wir noch: Hinter Studien verbergen sich oft Auftraggeber, die wir nicht kennen. Schwer einzuschätzen, wie verbindlich sie tatsächlich sind.
Dass es zu den Schlafmythen wie bspw. Milch, Vollmond, Fernsehen, Frischluft, Pflanzen oder auch Sport stets neue Erkenntnisse und Wendungen geben wird, darauf können wir also gefasst sein.

Lassen wir uns nicht von Tatsachen verwirren: Es kann am Ende nicht schaden, sich selbst und seinem Wohlgefühl zu vertrauen. Denn im Grunde ist doch alles im Leben Behauptung – und der Schlaf immer noch ein Mythos. 

 Titelbild: pixabay.com Mariams-Fotos ID: 2062100


Acht pro Nacht Serie +++ Besser Einschlafen +++

 

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Quelle: Bett1.de

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Alle Kommentare

  • Anonymous

    16.06.2018, 21:42 Uhr

    Na spitze. Ist ja nicht so, als wär vor kurzem in einem anderen Artikel gestanden, dass man Schlaf eben doch nachholen kann und eben die durchschnittliche Bilanz erfüllt sein muss. Dann is mal die ein oder andere schlechte Nacht kein Problem.

    • Marc Becker

      18.06.2018, 10:53 Uhr

      Ja, aus verschiedenen Blickwinkeln heraus sind beide Aussagen richtig. Es hängt grundsätzlich davon ab, ob man regelmäßig ausreichend schläft oder nicht. Wie im Artikel beschrieben, ist es durchaus sinnvoll, nach einer schlafloseren Woche am Wochenende länger zu schlafen. Ist die durchschnittliche Bilanz erfüllt, dann ist die eine oder andere schlechte Nacht kein Problem. Wer aber regulär zu wenig schläft, kann das Schlafdefizit trotzdem nicht genauso regelmäßig nachholen. Schlafforscher geben hier oft einen Richtwert an. Wer an drei aufeinanderfolgenden Wochen an jeweils mehr als 3 Tagen Schlafprobleme hat, sollte einen Arzt aufsuchen, um eine Schlafstörung ausschließen zu können. Die Qualität des Schlafs ist zudem wichtiger als die Quantität.