Wie sich eine Depression erkennen lässt

Wie sich eine Depression erkennen lässt

Wie sich eine Depression erkennen lässt

Generic selectors
Genaue Treffer
Suche in dem Titel
Suche im Text
Suche in Artikeln
Suche in Seiten
nach Themen filtern
Allgemein
Anzeige
Interviews
Matratzen
Matratzen Ratgeber
Nachrichten
Schlaf gut
Schlafhilfen
Schlafstörungen
Schlafzimmer
SERIE: Einschlafen
Studien
Tests
Videos
Zeitumstellung

 Schlafstörungen

 Abini Herzberg

 08.12.2017

 Keine Kommentare

Wie sich eine Depression erkennen lässt
4.8 Sterne (4 Votes)

Für eine Depression gibt es viele Anzeichen

Irgendetwas läuft nicht gut, draußen ist das Wetter schlecht, in der Partnerschaft gibt es Probleme - das schlägt manchem auf die Stimmung. Hält das Tief jedoch länger an, kann das ein Hinweis auf eine Depression sein. Nicht selten verursacht dann eine Depression Symptome wie Schlafstörungen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass weltweit mehr als 300 Millionen Menschen mit einer Depression leben. 2020 könnten Depressionen demnach bereits die zweithäufigste Volkskrankheit sein. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens daran zu erkranken, wird auf 11 bis 15 Prozent geschätzt. Hier einige erste Hinweise, wie sich die Krankheit erkennen lässt.

Die ersten Hinweise

Es gibt seelische Verstimmungen, die aber mit der Zeit wieder abklingen. Diese leicht deprimierende Gefühlslage ist nicht zu verwechseln mit einer tiefergehenden Depression. Das eine ist eine ganz normale Stimmungsschwankung, das andere eine behandlungsbedürftige Erkrankung. Depressiv ist man erst, wenn mehrere Anzeichen (bspw. Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit und Schlafstörungen) zusammenkommen und mindestens zwei Wochen permanent anhalten.

Depression Symptome: Typisch sind etwa

Müdigkeit
Antriebslosigkeit
oder eine bedrückte Stimmung, die länger als zwei Wochen anhält.

Aber auch körperliche Symptome wie
Schlaflosigkeit
und wenig Appetit
können auf die Krankheit hinweisen, teilt die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) mit.

Hoffnungslosigkeit
und Niedergeschlagenheit
treten häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung auf.

Bei Männern sind - im Gegensatz zu Frauen - häufiger auch starke Veränderungen der Charaktereigenschaften zu erkennen: Etwa die erhöhte Risikobereitschaft, eine große Unruhe und Unzufriedenheit, aggressives Verhalten und manchmal auch der Kontrollverlust über die eigenen Reaktionen. Manche stürzen sich in die Arbeit oder trinken viel Alkohol. Da manche dieser Verhaltensweisen noch immer als typisch männlich angesehen werden, denkt das Umfeld nicht gleich an eine Depression. Aber auch das können Anzeichen einer depressiven Erkrankung sein.

Ein Stimmungstief kann jeden treffen

Das Alter spielt keine Rolle - die Krankheit können Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren bekommen.

Wichtig: Nicht zu viel schlafen!

Ungünstig ist - so paradox es klingt - viel Schlaf. Es entsteht ein Teufelskreis. Die Betroffenen sind erschöpft und müde, gehen früh schlafen, wachen am Morgen aber nie erholt auf.

In Depressionsstationen wird deshalb Schlafentzug angeboten.
Zuhause sollten die Betroffenen,  die Zeit im Bett auf ca. 8 Stunden beschränken und sich tagsüber nicht hinlegen.

Ein häufiges Missverständnis ist, dass es für die Depression einen Grund geben muss. Ob jemand depressiv wird oder nicht, hat aber mit der Veranlagung zu tun. Es gibt Menschen, die erleben viel Frust und erleben nie eine DepressionAndere sind gesund, erfolgreich und leben in einer glücklichen Partnerschaft - und  bekommen eine Depression. Prof. Ulrich Hegerl, Direktor der Universitätspsychiatrie in Leipzig, erklärt: "Dass eine Depression jeden treffen kann und nicht nur den, der scheinbar Gründe dafür hat, ist eine ganz wichtige Erkenntnis."

Wer die Veranlagung hat, ist nie davor gefeit, in eine Depression zu rutschen. Eine Depression, betont der Experte, habe nie eine einzige Ursache. Meist schleppt man schon seit langer Zeit einen Rucksack mit sich herum, der immer schwerer geworden ist. Um in dem Bild zu bleiben: Es gibt Menschen, die können einen Rucksack mit 20 oder 30 Kilo tragen. Aber wenn dann noch ein weiteres Kilo dazukommt, brechen sie zusammen.

Das Risiko minimieren

Jeder kann das Risiko etwas minimieren: durch Achtsamkeit sich selbst gegenüber. Wenn man merkt, man bürdet sich zu viel auf, sollte man sich selbst gegenüber ehrlich sein und kürzer treten. Dazu gehört u.a. das Stressmanagement - also der Versuch, übermäßigen Stress zu vermeiden.
Wichtig ist es, Zeit für sich zu haben: zum Sport, zum Lesen, zur Entspannung. Oder auch für das Zurückziehen in sich selbst. Damit ist nicht das Grübeln, sondern ein Besinnen auf die eigenen Stärken gemeint. Sozusagen ein Innehalten, bei dem man sich fragt: Was will ich? Was kann ich? Und was tue ich also?

Erste Hilfe bei Depressionen

Doch nicht jeder bringt die Energie dafür auf. Wer an einer Depression erkrankt, verliert oft sein Interesse an einem geliebten Hobby, zieht sich aus dem Sozialleben zurück oder fühlt sich schnell überfordert und erschöpft. Zum Teil haben Betroffene auch Schuldgefühle und Ängste. Oder sie reagieren mit Scham, wenn man sie auf ihre schlechte Stimmung anspricht. Oft verspüren sie auch wenig Antrieb, über ihre Gefühle zu sprechen.

Welcher Wecker für wen? Jetzt anmelden!

Haben Angehörige den Eindruck, dass jemand mehr als nur ein Stimmungstief hat, sollten sie dennoch offen das Gespräch suchen. Idealerweise machen sie dabei keine Vorwürfe, sondern beschreiben die Situation aus ihrer Sicht und bieten Hilfe an. Sonst kann es passieren, dass sie sich mit der Zeit immer mehr über den Erkrankten ärgern oder selbst immer stärkere Schuldgefühle entwickeln.

 

Wenn mehrere Anzeichen zutreffen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Je eher, desto besser. Er kann zunächst körperliche Ursachen ausschließen, bei der Suche nach der richtigen Behandlungsmethode helfen und dann an einen Experten überweisen. Mit einer Verhaltenstherapie etwa haben Betroffene eine Chance auf Besserung, die sie unbedingt nutzen sollten.

Einen Selbsttest und eine Liste mit Anlaufstellen finden Betroffene und Angehörige auf der Webseite der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.
Die DepressionsLiga bietet unter anderem eine Mailberatung an (keine medizinische oder therapeutische Beratung, sondern ein erstes Angebot, wie man reagieren und wohin man sich wenden kann.
Weitere Anlaufstellen für Betroffene und Angehörige: Deutschlandweites Info-Telefon Depression 0800 33 44 5 33 (kostenfrei)

 (mit dpa, 28.11.+ 27.12.2017 + 6.3.2018), Titelfoto: pixabay.com castleguard ID: 1776746


Weitere Artikel zu diesem Thema:

Diesen Artikel kommentieren