Burnout stört den Schlaf

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 Schlafstörungen

 Abini Herzberg

 14.05.2018

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Burnout stört den Schlaf
5 Sterne (2 Votes)

Das Burnout kommt, der Schlaf verschwindet

Wer sich überlastet und erschöpft – also ausgebrannt – fühlt, der schläft schlechter: Termindruck, ein negatives Arbeitsklima, schon das können Gründe für Burnout sein.
Wenn das andauernde Kämpfen ermüdet, wenn die Last einfach zu schwer ist, wenn sich die Situation nicht ändert – dann muss man selbst die Situation ändern! Es ist ganz einfach: Wenn sich etwas nicht gut anfühlt, dann ist es nicht gut!

Die einen geben auf, die anderen geben nach – doch als besonders beispielhaft gilt es: immer alles zu geben. Geben, geben, geben. Wäre es nun nicht auch an der Zeit, sich etwas zu nehmen? Genauer: sich Zeit zu nehmen? Jeder zweite Bundesbürger fühlt sich von Burnout bedroht. 6 von 10 Befragten klagen zumindest gelegentlich über typische Symptome wie anhaltende Erschöpfung, innere Anspannung und Rückenschmerzen. Das zeigt eine Umfrage der pronova BKK. Am Ende fühlen sich die Betroffenen nur noch wie ein Häuflein Asche – eben ausgebrannt.

Burnout: Die Umfrage

Die Befragung "Betriebliches Gesundheitsmanagement 2018" wurde vom Marktforschungsinstitut Toluna im Auftrag der pronova bkk durchgeführt. Für die repräsentative Umfrage wurden bundesweit 1.650 Arbeitnehmer im Februar 2018 befragt.

Fast 9 von 10 Deutschen sind von ihrer Arbeit gestresst. Manche können damit gut umgehen, weil sie anderswo wieder abschalten. Andere nicht. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer leidet sogar hin und wieder darunter. Der Krankenkassen-Studie zufolge sehen 50 Prozent der Beschäftigten für sich ein mäßiges bis hohes Risiko. Jeder 7. sieht sogar die Gefahr, vollkommen auszubrennen.

Das Gefühl völliger Erschöpfung

Wer es sich leistet, mal kurz innezuhalten, wer wissen möchte, ob er selbst von Burnout betroffen ist, kann hier einen Test machen.
Vielleicht ist er schon selbst Teil der Statistik?
Recht anschaulich stellt jedenfalls die Studie die allgemeine Befindlichkeit in der Arbeitswelt dar. Und die ist beunruhigend:

  • 59 Prozent fühlen sich manchmal innerlich angespannt.
  • 54 Prozent der Befragten grübeln über ihre Arbeit,
  • 53 Prozent schlafen nach eigenen Angaben schlecht.

Hauptgründe sind oft:

  • ständiger Termindruck (34 Prozent),
  • emotionaler Stress durch Kunden (30 Prozent),
  • Überstunden (29 Prozent)
  • und ein schlechtes Arbeitsklima (29 Prozent).

Weitere bekannte Auslöser sind:

  • Überforderung bei sich selbst, aber auch Unterforderung
  • Stress am Arbeitsplatz, aber auch Angst vor Jobverlust
  • unklare Ziele, aber auch fehlende Perspektiven
  • gefühlter Verantwortungsdruck, aber auch monotone Routine
  • mangelnder Einfluss, aber auch Kontrollverlust
  • Kränkungen durch andere, aber auch eigene Frustration

Stress, Zeitdruck, Hektik: Mit Burnout kann jeder aus dem Gleichgewicht geraten. Foto: pixabay.com susannp4 ID 1528627

So gegensätzlich können die Auslöser sein. Klar wird: Ganz eindeutig gerät beim Burnout – auch schon beim gefühlten – die eigene Balance ins Wanken. Auf der einen Seite ist da der hohe Anspruch an sich selbst, auf der anderen das geringe Selbstwertgefühl. Burnout trifft deshalb nicht nur Perfektionisten.

Erste Anzeichen für Burnout können sein:

  • anhaltende Müdigkeit oder Schlafstörungen,
  • Erschöpfung oder innere Anspannung,
  • Lustlosigkeit oder Sinnverlust.

Auch psychosomatische Beschwerden, für die es keine organischen Ursachen gibt, können Anzeichen für Burnout sein:

  • bspw. Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen.

Burnout ist noch keine Diagnose

Auch, wenn viele der Befragten bereits typische Symptome zeigen – Burnout an sich ist keine Diagnose. Burnout gilt als Zusatzdiagnose vor allem zur Depression. Wird eine depressive Erkrankung früh erkannt, ist sie meist gut behandelbar. Es gibt psychotherapeutische wie auch medikamentöse Therapien.
Viele Betroffene klagen anfangs über Leistungsabfall, Appetitverlust und Schlafstörungen. Hinzu kommen Freude- und Interessenverlust, Lustlosigkeit, Entscheidungsunfähigkeit und oft auch ein Rückzug aus dem sozialen Leben. Manche Betroffene empfinden Gleichgültigkeit, andere tiefe Traurigkeit. Viele fühlen sich innerlich unruhig und getrieben und leiden unter Ängsten und Hoffnungslosigkeit.

Gepäck abwerfen und die Seele entlasten

Erster Ansprechpartner sollte da immer der Hausarzt sein. Mit ihm ist dann eine Überweisung zum Facharzt zu besprechen, bspw. einem Psychotherapeuten. Davor sollte niemand Hemmungen haben.
Denn lässt sich der Burnout-Kreis nicht durchbrechen, lässt sich auch das Schlafproblem nicht lösen. Da kann die Schlafumgebung noch so perfekt eingerichtet sein, der Minimalismus noch so beherzigt werden – einem gestressten Ich nutzt weder Wohlgefühl noch Ruhe. Da muss zuallererst einmal die Seele von all dem schweren Gepäck befreit werden.

(mit dpa 7.4.2018) Titelfoto: pixabay.com geralt ID: 3042272


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