Bettwanzen: Ungebetene Gäste

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 dpa

 18.12.2017

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Bettwanzen: Ungebetene Gäste
5 Sterne (3 Votes)

Bettwanzen: nervig und unangenehm

Sie können richtig nerven. Ihre Stiche jucken. Kratzt man, droht eine Entzündung. Bettwanzen sind unangenehm. Ein Irrglaube ist, dass sie automatisch mit mangelnder Hygiene zu tun haben. Forscher haben aber einen Tip, wie sich die Verbreitung der Blutsauger eindämmen lässt.

Dreckwäsche zieht Bettwanzen an

In Abwesenheit eines menschlichen Wirts zieht auch Dreckwäsche Bettwanzen an. "Dieses Verhalten ermöglicht den Bettwanzen, in den Wäschebeuteln von Reisenden um die Welt zu trampen", erklärt William Hentley von der Universität Sheffield (Großbritannien). Bettwanzen finden normalerweise den Geruch im Bett schlummernder Menschen verlockend. Die kleinen, papierdünnen Blutsauger breiten sich zunehmend weltweit aus. "Dies kann zumindest teilweise mit der Zunahme von billigeren internationalen Reisemöglichkeiten erklärt werden", so Hentley.
Normalerweise leben die nachtaktiven Parasiten in Verstecken. Dass die Tiere dennoch in Koffer gelangen, konnten Forscher bisher nicht erklären. Nun steht fest: Die Tiere werden vom Geruch dreckiger Wäsche angelockt. Um zu verhindern, dass sie die Plagegeister verschleppen, sollten Reisende daher Dreckwäsche nicht auf dem Boden liegen lassen.

Wanzen lieben den Geruch von Menschen

In einem Experiment legten die Wissenschaftler vier Beutel in jeweils zwei identische Räume in denen sie Bettwanzen frei herumlaufen ließen. In zwei der Beutel befand sich saubere Kleidung, in den anderen zwei Dreckwäsche. Die Forscher konnten die Temperatur und die CO2-Konzentration in den Zimmern regulieren. Eines der Zimmer wurde mit genug CO2 angereichert, um die Anwesenheit eines atmenden Menschen nachzuahmen. Das andere Zimmer blieb "unbewohnt", genauer gesagt: frei von erhöhten CO2-Werten.
Bei niedrigen CO2-Werten - also der simulierten Abwesenheit eines Menschen - krochen die Tierchen doppelt so häufig auf die Beutel mit der Dreckwäsche als auf die Beutel mit sauberer Wäsche. Bei höheren CO2-Werten - also der simulierten Anwesenheit eines Menschen - verstärkten sie die Suche nach einem Blut-Snack sogar noch.

Berlin: Die meisten Bettwanzen in Ho(s)tels

Die Blutsauger

Bettwanzen sind Blutsauger, die von Wärme, CO2 und Körpergeruch angezogen werden. Sie benötigen ihren Wirt, den Menschen, um sich zu ernähren.

Krankheiten übertragen die Tierchen nicht. Aber durch das Kratzen der Stichstellen können sich diese entzünden.

Bettwanzen können sich rasend schnell ausbreiten. Ein einziges Weibchen kann innerhalb von zehn Wochen für eine regelrechte Wanzen-Epidemie sorgen. Sie legt je nach Alter 1-12 Eier pro Tag, und die Population wächst exponentiell. 

Der Schädlingsbekämpfer Mario Heisling schätzt, dass es 2016 allein in Berlin rund 5.000 Einsätze gegen Bettwanzen gab. Nicht mehr als zuvor. Rund zwei Drittel der Einsätze waren in Hotels und Hostels. Im Falle eines Befall benötigt man oft einen professionellen Schädlingsbekämpfer, um die Wanzen zu entfernen. Die Zimmer werden dafür mit Insektenschutzmitteln besprüht, befallene Gegenstände entfernt, Matratzen gewechselt, und Möbel auseinandergebaut.
Wer die Wanzen loswerden will, sollte sich entweder den Gefrierschrank oder die Sonne zu Nutzen machen. Die Tiere vertragen keine extrem niedrigen (-18°C) oder hohen (50-60°C) Temperaturen. Und natürlich keine Insektizide!

Am besten den Koffer auf den Tisch stellen

Der Geschäftsführer des Deutschen Schädlingsbekämpfungsverbands Andreas Becker hat einen einfachen Trick, wenn er ein Hotelzimmer bezieht: Er stellt den Koffer auf einen Tisch, möglichst auf einen mit Metallfüßen. Da kommen die Tiere im Zweifelsfall nicht hoch. Das empfehlen auch die Forscher. "Besonders die Dreckwäsche sollte in einer geschlossenen Tüte untergebracht werden", schreiben sie.

dpa, 29.9.2017 
Titelbild: pixabay.com moritz320 ID: 957867

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